erfrei sein, und die Negativsteuer soll zumindest ver- doppelt werden. Österreich hat auf Grund der unge- rechten Besteuerungsmaßnahmen eine Rekordabga- benquote von 46 Prozent. Den Lohnsteuerpflichtigen wurde mit Maßnahmen wie Halbierung des Arbeit- nehmerabsetzbetrages, Kürzung des allgemeinen Ab- setzbetrages, Unfallrentenbesteuerung, der ver- schärften Besteuerung von Urlaubsersatzleistungen, Kündigungsentschädigungen, Pensionsablösen, In- solvenzausfallsgeldzahlungen oder freiwilligen Abfer- tigungen, Einkommen entzogen. Das Nettorealein- kommen der ArbeitnehmerInnen ist dadurch im Jahr 2001 gesunken und hat die Konjunktur unnötig abge- schwächt. Die ArbeitnehmerInnen brauchen wieder mehr Geld, um die Kaufkraft zu stärken. Gleichzeitig wurden durch das Streichen des Investitionsabsetz- betrages die Investitionen der Unternehmen negativ beeinflusst. All diese Maßnahmen haben zu einem be- drohlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, insbesondere auch der Jugendarbeitslosigkeit, geführt. Wenn diese Rahmenbedingungen fortbestehen, ist der Weg in die Rezession unvermeidlich. Durch das Hochwasser- und Konjunkturbelebungspa- ket wurden unübersichtliche Investitionsförderungen beschlossen. Für ArbeitnehmerInnen wurden nur er- weiterte Absetzmöglichkeiten für Hochwasserge- schädigte sowie die Absetzbarkeit von Umschulungs- maßnahmen möglich. Diese Maßnahmen reichen nicht aus, um eine Trendwende bei der Konjunktur herbeizuführen. HERAUSFORDERUNGEN DER ZUKUNFT ANGEHEN Der Sozialstaat und mit ihm die gesamte Gesellschaft steht schon heute und viel mehr noch in den kom- menden Jahren vor zentralen Herausforderungen. Die Vollversammlung der AK fordert die neue Regierung auf, diese Herausforderungen aktiv anzugehen. Die AK bietet auch der neuen Regierung bei der Lösung der Probleme der Zukunft ihre konstruktive Zusammenarbeit an. Der Schlüssel für die Bewältigung der Herausforde- rungen liegt in einer Erhöhung der Erwerbsbeteili- gung. Diese kann über qualitätsvolle, sozial abgesi- cherte Arbeitsplätze jene Finanzierungsquellen ge- währleisten, die für die Sicherung der Pensionen und die erforderliche Ausstattung des Gesundheitswe- sens notwendig sind. Für die Fachhochschulen muss es einen Ausbauplan geben, um den Anteil der Fachhochschul-Studieren- den an der Gesamtzahl der Studierenden auf bis zu 25 Prozent zu steigern. Verstärkt soll darauf Rücksicht genommen werden, dass auch Personen ohne tradi- tionelle Matura und Berufstätige ein Fachhochschul- studium machen können. QUALITÄT BEI DER BESCHÄFTIGUNG VON FRAUEN ERHÖHEN Die Frauenbeschäftigung ist zwar in den letzten Jahr- zehnten gestiegen, die Qualität der Beschäftigung lässt jedoch zu wünschen übrig. Ein Drittel der un- selbständig erwerbstätigen Frauen arbeitet in Teilzeit, 10 Prozent sind geringfügig beschäftigt. Teilzeitarbeit wird aber vor allem in wenig qualifizierten Tätigkeiten und mit geringer Entlohnung angeboten. In der Grup- pe der teilzeitbeschäftigten Frauen sind nur 8 Prozent in höheren oder führenden Tätigkeiten. Zwei Drittel der teilzeitbeschäftigten Frauen verrichten Hilfsarbei- ten oder angelernte Arbeiten. Um die Qualität der Frauenbeschäftigung zu erhöhen, fordert die AK Voll- versammlung den Ausbau der Mitbestimmungsrechte bei der Gestaltung der Arbeitszeit und ein Recht auf Teilzeit mit Rückkehrrecht zur Vollzeit. Außerdem sol- len für Arbeitgeber die finanziellen Anreize bei gering- fügiger Beschäftigung entfallen. Die neu geschaffenen Zuverdienstregelungen zum Kinderbetreuungsgeld werden stark in Anspruch ge- nommen. Die Beschäftigung während der Karenz führt jedoch zur Aushöhlung des Kündigungs- schutzes. Die AK Vollversammlung fordert daher den uneingeschränkten Erhalt des Kündigungsschutzes bei Zuverdienst in der Karenz und ein Recht auf Teil- zeitkarenz. LOHNSTEUER SENKEN Die Vollversammlung der Wiener Arbeiterkammer ver- langt eine rasche Lohnsteuersenkung, um vorrangig kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Eine Steuersenkung soll die Kaufkraft fördern, damit das Wirtschaftswachstum stärken und für mehr Beschäf- tigung sorgen. Bei der von der Vollversammlung geforderten Lohn- steuertarifsenkung sollen Jahreseinkommen bis 10.000 Euro Bemessungsgrundlage überhaupt steu- DIE RESOLUTION DER VOLLVERSAMMLUNG KANN TELEFONISCH UNTER 01/50165-2210 BESTELLT WERDEN.