Neue Bücher 645DRdA ? 6/2012 ? Dezember innerstaatlichen Gerichte zu Rechtsfragen der Altersdiskrimi- nierung. Zusätzlich wird ein Überblick über die Prüfergebnisse der Gleichbehandlungskommission gegeben, ebenso werden die Entwicklungen der Gesetzgebung dargestellt. Zwei der EuGH-Entscheidungen, nämlich das Urteil Kleist und das Urteil Rosenbladt, werden in Besprechungsaufsätzen von Wachter ausführlich kommentiert. Darüber hinaus enthält der Band zwei Aufsätze. Walter Obwexer befasst sich mit den unions- rechtlichen Rechtsfolgen und Sanktionen bei Verstößen gegen das Verbot der Altersdiskriminierung. Meinrad Handstanger schreibt über die Auswirkungen des Vertrags von Lissabon auf den VwGH. Beide Aufsätze behandeln grundlegende Fra- gestellungen zum Unionsrecht und dessen Auswirkungen auf das nationale Recht. Dabei weist der Beitrag von Handstanger keinen konkreten Bezug zum Verbot der Altersdiskriminierung auf, gibt aber einen interessanten Einblick in die unionsrechts- bezogenen Judikatur des VwGH. Es ist daher schade, dass ein interessanter Beitrag in einem Werk erscheint, in dem man ihn vom Titel her nicht vermuten würde und zu befürchten ist, dass er daher nicht ausreichend wahrgenommen werden könnte. Davon abgesehen ist der Band für alle Altersdiskriminierungs- freaks eine hervorragende Dokumentation. Und es ist anzu- nehmen, dass diese für das Jahr 2011 weitergeführt wird. MICHAELA WINDISCH-GRAETZ (WIEN) Schrems Private Videoüberwachung Jan Sramek Verlag, Wien 2011, XVI, 207 Seiten, broschiert, € 29,90 Zwar wurde bereits vor der DSG-Novelle BGBl I 2009/133 (in Kraft seit 1.1.2010) die Auffassung vertreten, dass Videoauf- nahmen als personenbezogene Daten iSd Datenschutzgeset- zes (DSG) zu qualifizieren sind, Klarstellungen und Sonderre- gelungen wurden jedoch erst durch die Novelle geschaffen. Die Berührungspunkte zu den unterschiedlichen Rechtsbereichen (Strafrecht, Arbeitsrecht, Grundrechtsbereiche, Sicherheitsrecht etc) und die rasante Entwicklung in der Medientechnik führen zu gewaltigen Rechtsunsicherheiten bei Rechtsanwendern. Der Leitfaden von Maximilian Schrems macht es sich zur Aufgabe, eine Zusammenschau der Hauptprobleme der Video- überwachung aus rechtlicher Sicht und konkrete Antworten zu bieten. Dies kann als durchaus gelungen angesehen werden. Für den Praktiker werden vor allem die Zusammenfassungen „kurz und bündig“ und „Tipp für die Praxis“ hilfreich sein. Der Umfang der angesprochenen Themen, der Versuch sich zumindest ansatzweise mit der vorhandenen Literatur und Judikatur auseinanderzusetzen und die Ausrichtung als Leitfaden für die Praxis erfordern allerdings Kompromisse. Dies führt letztlich dazu, dass die einschlägige Fachliteratur selbst im Literaturverzeichnis nur sehr beschränkt aufscheint, dass höchstgerichtliche Entscheidungen zumeist ohne Ent- scheidungsbesprechungen zitiert werden und dass immer wieder „Immunisierungsklauseln“ auftauchen („in den meis- ten Fällen“, „unter Umständen“). Aus arbeitsrechtlicher Sicht kommt Schrems ua zum Ergebnis, dass „Videoüberwachung zum Zweck der Leis- tungskontrolle weder datenschutzrechtlich noch arbeits- rechtlich zulässig ist“ (S 54). Im Übrigen erachtet er es als sinnvoll „aus Gründen der Transparenz ... eine Beteiligung der Arbeitnehmervertreter bei der Auswertung der Videoda- ten im Rahmen einer Betriebsvereinbarung festzuschreiben“ (Informationspflichten, Zustimmung des BR zu einzelnen Auswertungen). Ein „Zugriffsrecht oder eine Mitwirkung an der Auswertung“ selbst wäre „im Hinblick auf § 15 DSG ... eher kritisch zu sehen“ (S 56). Als Resümee kann festgehalten werden: Für die Pra- xis eine sehr gute und informative Zusammenfassung der Gesamtproblematik. Noch weiterführendere Literaturhinwei- se wären wünschenswert. GÜNTHER LÖSCHNIGG (GRAZ/LINZ) Fischlmayr/Kopecek Die professionelle Auslandsentsendung Linde Verlag, Wien 2012, 224 Seiten, gebunden, € 48,– (E-Book: € 38,99) Literatur über die Entsendung von MitarbeiterInnen in das Ausland sind entweder theoretische Abhandlungen oder prak- tische Ratgeber. Das hier rezensierte Werk ist praxis orientiert und versucht, eine aktive Hilfestellung für die Vorbereitung und Umsetzung einer Auslandsentsendung zu bieten. Dies ist den Autorinnen, beide im Bereich der Auslandsentsendung literarisch aktiv, rundweg gelungen, weil sie insb Probleme beleuchten, die sich erst in der Praxis stellen, wie etwa erlebte (Rückkehr-)Kulturschocks. Das juristische Minenfeld der Aus- landsentsendung steht dabei weniger im Zentrum, wird zwar keineswegs ausgespart, verfügt jedoch nicht über jene erfor- derliche Detailtiefe, die eine konkrete Rechtsberatung unver- zichtbar werden ließe. Im Fokus stehen vielmehr zum einen strategische Überlegungen der Auslandsentsendung wie zB verschiedene Entgeltansätze (stamm-, gastlandorientiert oder hybride Formen) oder Fragen der Rückkehrplanung, welche für das Bleiben der MitarbeiterInnen wichtig sind, von Unter- nehmen aber gerne in den Hintergrund gerückt werden, zum anderen die konkrete Umsetzung einer Auslandsentsendung, bei der auch die Bedeutung der Kulturdimension oder die Auswahl der MitarbeiterInnen und ihre Vor- und Nachbetreu- ung beleuchtet werden. Der/die LeserIn wird mit Begriffen wie COLA, Tax Equalization, Hypotax, TEQ-Vereinbarung, Dual Career Couples oder Relocation konfrontiert, aber nicht allei- ne gelassen, sondern an diese und ihre Möglichkeiten für den Einsatz im Unternehmen herangeführt. Zahlreiche Aufzählun- gen, Diagramme, Matrizen und (einfache) Berechnungsbei- spiele dienen der Veranschaulichung, Übersichten, die die österreichische und deutsche Rechtslage gegenüberstellen, der Zusammenfassung. Das Buch bietet keine Mustertexte, aber der/die LeserIn wird durch das Ansprechen unterschied- licher Aspekte und das Aufzeigen der Vor- und Nachteile zu eigenen Überlegungen in der Planung und Umsetzung einer Auslandsentsendung vielfach angeregt. Gerade diese wert- vollen Impulse bilden die Stärke dieses Buches, auf die jede/r PraktikerIn im Unternehmen nicht verzichten können wird. FLORIAN G. BURGER (INNSBRUCK) Grabmayer (Hrsg) Gemeinsam für Kärnten arbeiten – AK Kärnten 1922 – 2012 Verlag des ÖGB, Wien 2012, 448 Seiten, € 22,– Zukunft braucht Herkunft – die Festschrift zum 90-jährigen Bestehen der AK Kärnten zeigt einerseits, welche „besonderen