Neue Bücher 565DRdA ? 6/2013 ? Dezember Doerfert Europarecht – Die Grundlagen der Europäischen Union mit ihren politischen und wirtschaftlichen Bezügen 5. Auflage, Franz Vahlen Verlag, München 2012 XVI, 182 Seiten, kartoniert, 19,80 € Das Buch will laut Vorwort „Schneisen durch das Dickicht bahnen und das Europarecht zugänglich und verständlich machen“. Dies ist Carsten Doerfert zweifellos gelungen. Der Stoff wird einerseits sehr kompakt aufbereitet, andererseits mit Beispielen und kurzen Erörterungen der wichtigsten Entschei- dungen der EuGH angereichert, sodass die Lektüre durchaus als spannend bezeichnet werden kann. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit der Entwicklung und dem Stand der europäischen Integration. Danach werden die Institutionen, wie Europäischer Rat, Kommission, Europäisches Parlament und EuGH dargestellt. Im dritten und vierten Teil folgen Recht und Rechtsquellen sowie Grundfreiheiten und Grundrechte. Der fünfte Teil mit der Bezeichnung „Sonstige Politiken der EU“ hat die Wirt- schafts- und Währungspolitik, die Wettbewerbspolitik, die Umweltpolitik, die Landwirtschaft und die Außenbeziehungen zum Inhalt. Im Anhang findet sich ein Beispiel für eine RL der EU, für ein Urteil des EuGH und eine Klausur im Europarecht. Letzteres weist darauf hin, dass das Buch in erster Linie für Studierende geschrieben wurde. Es ist aber auch für alle anderen geeignet und zu empfehlen, die sich einen Einblick in das Europarecht verschaffen wollen. Zu bedauern ist bloß, dass das Thema Sozialpolitik nicht vorkommt. WALTER GAGAWCZUK (WIEN) Greif Der Europäische Betriebsrat 2. Auflage, Verlag des ÖGB, Wien 2013, 320 Seiten, € 29,90 Europaweit bestehen knapp 1.000 länderübergreifende Interessenvertretungen in europäischen Konzernen. Jährlich werden in rund 30 Unternehmen und Unternehmensgruppen neue Europäische Betriebsräte gegründet. Die Zahlen in diesem Buch zeigen: Die institutionalisierte AN-Beteiligung in grenzüberschreitend tätigen europäischen Unternehmen gewinnt stetig an Bedeutung. Das Handbuch zum Euro- päischen Betriebsrat ist eine der wenigen österreichischen Auseinandersetzungen mit diesem Thema. Die zweite Auflage berücksichtigt sämtliche durch die Neufassung der RL 2009/38/EG eingeführten Änderungen. Der Band bietet einen kompakten und aktuellen Überblick über die europäische Rechtsetzung und deren Umsetzungen in den Mitgliedstaaten, insb in Österreich. Die Hintergründe, Ziele und Entwicklungen dieser Rechtsetzung werden in Kapitel I dargestellt und durchaus auch kritisch betrachtet. Der Autor fasst in Kapitel II das Wichtigste der Grundlagen in Fragen und Antworten zusammen. Grafiken veranschauli- chen dabei das Wesentliche. Die folgenden Kapitel des Handbuchs dienen außerdem als Ratgeber für Mitglieder der Gewerkschaft sowie Betriebs- rätinnen und Betriebsräte. Ein Leitfaden stellt die Etappen zur Gründung von Europäischen Betriebsräten detailliert dar. Pla- nungskonzepte und Textvorschläge, untermalt mit Beispielen und Hinweisen aus der Praxis, dienen zur Vorbereitung auf Ver- handlungen mit der zentralen Unternehmensleitung und zum Ausbau der AN-Vertretung. Die Angaben zu hilfreichen Inter- netseiten durch Links oder QR-Codes sind für PraktikerInnen besonders wertvoll. Die Rechtsgrundlagen sind an verschiede- nen Stellen angeführt. Eine Sammlung der wichtigsten Rechts- grundlagen im Anhang würde den Lesefluss erleichtern. Zusammenfassend bereitet dieses Werk eine komplexe Materie umfangreich und verständlich auf. Es enthält insb wertvolle Informationen und Hinweise für Gründung und Ausbau eines Europäischen Betriebsrates. Das Handbuch kann besonders der Interessenvertretung der AN empfohlen werden. Es bietet aber auch der Vertretung der Gegenseite einen interessanten Blick auf die Perspektive der AN-Seite. MIRIAM MITSCHKA (WIEN) Sonntag (Hrsg) GSVG – Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz – Jahreskommentar 2. Auflage, Linde Verlag, Wien 2013 840 Seiten, Hardcover, € 124,– (im Abonnement € 99,20; als Onlineprodukt € 9,48/Monat) Zum ASVG-Jahreskommentar gesellt sich unter der He- rausgeberschaft von Martin Sonntag der Jahreskommentar zum GSVG, der 2013 in 2. Auflage erschienen ist. Um der definierten Zielgruppe der PraktikerInnen besser gerecht wer- den zu können, kommen die AutorInnen aus der Wirtschafts- kammer, der Sozialgerichtsbarkeit oder der Sozialversicherung selbst. Lohnende Früchte trägt diese Auswahl insb dort, wo die Verwaltungspraxis nachgezeichnet wird, die man so weder aus dem Gesetz noch im Lehrbuch lesen kann. Der Kommen- tarteil wuchs gegenüber der Vorauflage um etwa 5 %, was ua der Einführung der Unterstützungsleistung gem § 104a GSVG geschuldet ist. Ein Teil der AutorInnenschaft entstammt aus dem bewährten AutorInnenkreis des ASVG-Schwester- kommentars, weshalb aus erklärlichen Gründen bei den viel- fach parallelen Bestimmungen die Kommentierung großteils wortgleich mitübernommen wurde (soweit gesehen nur von Ziegelbauer regelmäßig deklariert), wobei die übernommenen RIS-Rechtssätze häufig sich nur auf das – allerdings dann wortidentische – ASVG beziehen. Warum das Rad auch neu erfinden? Vereinzelt finden sich aber Anpassungsfehler, zB in § 42 Rz 27, wo fälschlich auf Rz 25 verwiesen wird, während im wortgleichen § 69 ASVG Rz 30 dieser Verweis stimmt; oder in § 157 Rz 6, wo § 31 des ASVG, nicht des GSVG gemeint ist; oder in § 203 Rz 1, wo das kommentierte Wort „Vertreter“ im Gesetzestext – anders als im parallelen § 426 ASVG – über- haupt nicht vorkommt; oder § 213 Rz 1, wo über „Beiräte“ geschrieben wird, obwohl es beim einzigen Versicherungsträger nach GSVG nur einen Beirat gibt, weshalb man bei § 214d auch erwähnen könnte, dass dieser 18 Mitglieder besitzt. Für weitere redaktionelle Verbesserungen bleibt Raum: Gegenüber der Vorauflage ist etwa der Hinweis auf die letzte Novelle nach jedem Paragraphen neu, womit der/die LeserIn auf den ersten Blick die Beständigkeit des Gesetzeswortlauts erkennt; dabei schlug offensichtlich ein Automationsfehler zu, der jeder BGBl-Nr auch für die Zeit vor 1997 einen Teil I zuwies. Dieser Fehler wiederholt sich mitunter auch im Kommentarteil – dort aber nicht überall. Auch ließen sich die Kommentierungen besser aufeinander abstimmen: So darf man, je nach AutorIn,