Karenz anstelle Elternteilzeit – kein endgültiger Untergang des Anspruchs auf Elternteilzeit ? K. BURGER-EHRNHOFER DRdA ? 5/2017 ? Oktober422 Marhold/Friedrich Österreichisches Arbeitsrecht 3. Auflage, Verlag Österreich, Wien 2016 808 Seiten, broschiert, € 89,– Beworben wird die Neuauflage des Lehrbuches auf der Rückseite des Einbandes vom Verlag Österreich damit, dass sie der dynamischen Entwicklung des Arbeitsrechts in den letzten Jahren Rechnung trage. Das Werk richte sich an Studierende wie PraktikerInnen gleichermaßen und zeichne sich durch die umfängliche Aufbereitung der Rsp sowie weiterführende Literatur- hinweise als wertvoller Arbeitsbehelf für die juristische Praxis und den Studienbetrieb aus. Als ehemalige Praktikerin mit nunmehr Erfah- rung im Lehrbetrieb habe ich versucht, die Anforde- rungen von Praxis und Lehre an einen Arbeitsbehelf bei Studium des „Österreichischen Arbeitsrechts“ zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist hier anzumerken, dass sich der Bedarf beider ausdrücklich genannten Zielgruppen doch wesentlich voneinander unterschei- det. Für Studierende ohne Vorkenntnisse im Arbeits- recht ist entscheidend, dass ihnen durch ein Lehrbuch in unserem – aufgrund der Vielfalt der einschlägigen Rechtsquellen schwer überschaubaren – Rechtsgebiet sowohl möglich ist, sich zunächst einen Überblick über die Kernthemen des Arbeitsrechts zu verschaffen, als auch sich in der Folge das notwendige Detailwissen für eine sinnvolle Vorbereitung auf die Fachprüfung anzu- eignen. PraktikerInnen hingegen verfügen bereits über ein fundiertes Grund- und zumeist auch Detailwissen und wollen mit einem Arbeitsbehelf möglichst einfach und schnell aktuelle Informationen über den Stand in Rsp und Lehre zu einer konkreten arbeitsrechtlichen Problematik erhalten. Es zeigt sich also doch sehr klar, dass ein Spagat notwendig ist, will man beide Gruppen gleichermaßen zufriedenstellen. Vorweg ist festzuhalten, dass diese schwierige Auf- gabe gelungen ist. Der Aufbau des Lehrbuches ist schlüssig und ermöglicht – nach einer kurzen Einleitung, in der die Grundbegriffe sowie die Systematik und Regelungs- kompetenzen im Arbeitsrecht und anschließend der arbeitsrechtliche Stufenbau der Rechtsordnung erklärt werden – im Individualarbeitsrecht, den Weg vom Abschluss des Arbeitsvertrages bis hin zu seiner Been- digung durch ausführliche Beschreibung der jewei- ligen Themenbereiche rechtlich zu durchlaufen. Im kollektiven Arbeitsrecht wird nach einer kurzen Einlei- tung zunächst das Berufsverbandsrecht dargestellt und anschließend die überbetriebliche kollektive Rechts- gestaltung eingehend erklärt. Nach den Ausführungen zum Arbeitskampf widmet sich der fünfte und letzte Teil der Betriebsverfassung. Im Werk bedienen sich die Autoren einer einfach verständlichen Ausdrucksweise und erleichtern auf diese Weise für Studierende jedenfalls den Zugang zum Arbeitsrecht. Der umfassende Fußnotenapparat ermög- licht, rasch weiterführende Judikatur und Literatur zu finden und sichert so, dass PraktikerInnen auf einen Blick die Information erhalten, wie sie sich im Bedarfs- fall tiefer in eine Thematik einlesen können. Die zum Teil kritische Auseinandersetzung mit der einschlägigen Rsp und die Erläuterung der eigenen Rechtsmeinung zu bestimmten – vor allem auch sehr aktuellen – Proble- men forciert überdies den wissenschaftlichen Diskurs. Als Beispiel dafür soll etwa die Darstellung der Proble- matik der Mitwirkung des BR bei Änderungskündigun- gen dienen, bei der die Autoren einen von der Rsp des OGH etwas abweichenden Standpunkt vertreten und so jedenfalls eine Basis für weiterführende Diskussionen liefern. Aus Sicht der Lehrenden wäre für die Studierenden ein – wenn auch allenfalls kurzer – Überblick über die Entstehungsgeschichte des Arbeitsrechts jedenfalls wünschenswert, um die grundsätzliche Ausrichtung des Arbeitsrechts als Schutzrecht für die AN, die das Arbeitsrecht noch immer prägt, besser verstehen zu können. Betrachtet man das Lehrbuch im Hinblick auf seine Benutzerfreundlichkeit, so seien kleinere kritische Anmerkungen erlaubt. Aufgrund des doch sehr großen Umfangs – das Werk umfasst knapp 800 Seiten – ist gerade für Studierende am Beginn der Befassung mit dem Rechtsgebiet eine einfache Orientierung im Buch besonders wichtig. Hier wäre die – zusätzliche – Nen- nung von Seitenzahlen bei Verweisen auf andere Kapi- tel des Lehrbuches in den Fußnoten jedenfalls eine erhebliche Erleichterung, die – wie ein zu überlegender Fettdruck wichtiger Schlagworte – einen noch einfache- ren Umgang mit dem Werk erlaubten. Im Zusammenhang mit der Benutzerfreundlich- keit darf nicht auf das Stichwortverzeichnis vergessen werden, das durch seine vielen Schlagworte und vor allem seine Klarheit besticht. Die Autoren verzichten hier zumeist auf die Nennung vieler Fundstellen im Lehrbuch und verweisen überwiegend bloß auf das Hauptkapitel, in dem eine Thematik behandelt wird. Die weiterführenden Hinweise finden sich dann an den genannten Stellen im Werk. Insgesamt ist die Neuauflage jedenfalls als gelun- gen zu betrachten und das Lehrbuch auch in seiner dritten Auflage mehr als ein Buch, das im Lehrbetrieb eingesetzt werden kann. Es kann, so wie es die Intenti- on der Autoren ist, sowohl PraktikerInnen als ausführ- licher Arbeitsbehelf als auch Studierenden als vertiefen- de Studienliteratur bestens empfohlen werden. BARBARA FÖDERMAYR (LINZ) Müller-Glöge/Preis/Schmidt (Hrsg) Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht 17. Auflage, C.H. Beck Verlag, München 2017 XLVII, 2976 Seiten, Leinen, € 179,– Der Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht ist erst- mals 1999 erschienen. Die 17. Auflage zeigt, dass der Erfolg dieses Werkes unvermindert anhält. An seinen Grundzügen brauchte nichts geändert werden. Es han- delt sich um „Kurzkommentierungen“ zu den zahlrei- chen Gesetzen, aus denen das deutsche Arbeitsrecht besteht. Änderungen hat es im Lauf der Zeit naturge- mäß im Team der AutorInnen gegeben. Manche sind – leider – ausgeschieden, andere hinzugekommen. Nach wie vor besteht die Mehrheit der KommentatorInnen BUCHBESPRECHUNGEN