5 2. Zusammenfassung Schwieriges wirtschaftliches Umfeld – deutlich weniger Gewinne bei vielen ATX Unternehmen Österreichs Wirtschaft blickt auf ein schwieriges Wirtschaftsjahr 2014 zurück, das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich real gerade einmal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 20 Leitunternehmen des Austrian Trade Index (ATX), die überwiegend auch international tätig sind, haben neben diesen schwierigen konjunkturellen Rahmenbediungen vielfach noch zusätzlich mit Problemen in Ost- und Mitteleuropa zu kämpfen. Teilweise sehr hohe Wertberichtungen, bei Tochterunternehmen verursacht, bescheren einigen dieser Unternehmen hohe Gewinneinbußen bzw. Verluste. In Summe reduzieren sich die Gewinne aller 20 ATX Unternehmen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr dramatisch um neun Zehntel von 5,1 Mrd. Euro auf knapp 600 Mio. Euro. Werden die Ergebnisse nach Minderheitenanteilen und Bedienung von Partizipationskapital und Zinsen auf Hybridkapital berechnet, und damit lediglich die den Aktionären zurechenbaren Gewinne des Jahres 2014/15 berücksichtigt, ergibt sich sogar lediglich nur ein Gewinn in der Höhe von 7,9 Mio. Euro (2013: 3,8 Mrd. Euro). Besonders hohe Verluste weisen die beiden Banken Erste Group AG (-1.442 Mio. Euro) und Raiffeisen Bank International AG (-493 Mio. Euro) sowie Telekom Austria AG (-211 Mio. Euro) und Wienerberger AG (-202 Mio. Euro) auf. Mehr als ein Drittel der Unternehmen ist in die Verlustzone gerutscht, ein weiteres Viertel der Unternehmen musste deutliche Gewinnrückgänge in einer Bandbreite von -6,5% bis 78,2% hinnehmen. Trotzdem: 60 % der ATX Unternehmen erhöhen ihre Dividendenzahlungen – teilweise sogar unter Substanzverlust - Ausschüttungsquote steigt auf über 80 % Vor diesem wirtschaflichen Hintergrund erstaunen die Ergebnisse zur Dividenpolitik umso mehr: Die meisten Aktionäre können sehr hohen Dividendenvorschlägen in den anstehenden Hauptversammlung entgegenblicken. Mehr als die Hälfte (60%) der ATX-Konzerne erhöhen ihre Dividendenzahlungen zum Teil beträchtlich. Aufgrund der Gewinneinbußen erreichen die Ausschüttungsquoten – das Verhältnis zwischen Dividenden und zurechenbaren Gewinnen - mit durchschnittlich 82,8 % überdies ein absolutes Rekordmaß. Zusätzlich dürfen sich die Aktionäre bei einem Fünftel der ATX Unternehmen trotz eines erwirtschafteten Verlusts über die Ausschüttung von Divididenden freuen. Diese Unternehmen schütten ihre Dividenen unter Substanzverlust aus. Angesichts der für viele Unternehmen nicht zufriedenstellenden Ertragslage liegt das Ausschüttungsvolumen im Jahr 2015 trotz eines Rückgangs um rd. 20% mit über 1,6 Milliarden Euro in Relation auf einem hohen Niveau. Ausschlagebend für den nominellen Rückgang des Volumens sind vor allem die beiden Kreditinstitute sowie der deutliche Gewinnrückgang bei Verbund. Dem stehen die Erhöhungen der Ausschüttungen bei der Mehrzahl der anderen ATX-Unternehmen gegenüber. Hohe Dividenden bei der Energie- und Mineralölwirtschaft, Industrieunternehmen, Infrastrukturkonzernen, Versicherungen – Banken schreiben dagegen Verluste Bei Unterteilung der ATX Unternehmen nach wirtschaftlichen Segmenten ergibt sich folgendes Bild: Die sieben im ATX tätigen Industriekonzerne haben trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ihre Gewinne in Summe leicht erhöhen können. Allerdings ist neben der, schon länger rote Zahlen schreibenden, Wienerberger AG auch Lenzing AG ins Minus gerutscht. Für die Dividende hat dies keine Auswirkung – denn ausnahmslos alle 7 Industriekonzerne zahlen ihren Aktionären stattliche Divididenden von in Summe 400 Mio. Euro. Bezogen auf den erwirtschafteten Gewinn ergibt sich eine Ausschüttungsquote von rd. 61 %. Im Segment Banken fahren die beiden Kreditinstitute (RBI und Erste) vor allem aufgrund der bereits erwähnten Wertberichtigungen im Ausland einen Verlust von knapp 2 Millarden Euro ein und haben damit auch keine Gewinne zu verteilen. Besser bestellt ist es dagegen um die ebenfalls stark in Osteuropa präsenten Versicherungskonzerne VIG und Uniqa: Beide konnten ihr Vorjahresergebnis verbessern. Die den Aktionären zurechenbaren Gewinne stiegen in Summe auf