13 6.2 Energie- und Mineralölwirtschaft Die beiden ATX Konzerne aus der Energie- und Mineralölwirtschaft haben in Summe im Geschäftsjahr 2014 „nur“ einen Gewinn von 483 Mio. Euro (Vorjahr 1.742 Mio. Euro) erwirtschaftet. Die Aktionäre dieser Unternehmen bekommen allerdings in Summe mehr Ausschüttungen ausbezahlt, als an Gewinnen erwirtschaftet wurde – nämlich 509 Mio. Euro. Energiewirtschaft Aktionären zurechenbares Ergebnis Ausschüttungen ? 2014/15 Ausschüttungsquote 2013/14 2014/15 2014 2015 in % 2014 2015 OMV AG 1.162,4 357,0 407,8 407,8 0,0 35,1% 114,2% Verbund AG 579,6 126,1 347,4 100,8 -71,0 59,9% 79,9% Summe 1.742,0 483,1 755,2 508,6 -32,7% 43,4% 105,3% Tabelle 6: Ergebnisse Energie- und Mineralölwirtschaft, Reihung nach Ausschüttungsvolumen 2015 Quelle: ATX Auswertung der AK Wien auf Basis veröffentlichter Konzerngeschäftsberichte bzw. Daten lt. Homepage; Ausschüttungen auf Basis der Vorschläge für die Hauptversammlung OMV AG Der heimische Öl- und Gaskonzern OMV hat 2014 einen signifikanten Umsatz- und einen noch stärkeren Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die Erlöse gingen um 15 Prozent auf 35,9 Milliarden Euro zurück, das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 59 Prozent auf 1,054 Mrd. Euro und der Nettogewinn schrumpfte um zwei Drittel auf 613 Millionen Euro. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn reduzierte sich ebenfalls um mehr als zwei Drittel und liegt 2014 „nur“ bei 357 Mio. Euro. Trotz des Gewinnrückgangs schlägt der Vorstand eine unveränderte Dividende von 1,25 Euro je Aktie für 2014 vor. Dies führt zu einer unverhältnismäßig hohen Ausschüttungsquote von 114,2 %. Verbund AG Der börsennotierte österreichische Stromriese Verbund musste 2014 im operativen Geschäft vor allem aufgrund gesunkener Stromabsatzpreise sowie eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Wasserführung noch deutlichere Gewinneinbußen hinnehmen. Das Konzernergebnis sank um 78,2 Prozent von 579,6 Mio. auf 126,1 Mio. Euro und lag damit leicht über den zuletzt erwarteten 125 Mio. Euro. Im Vorjahr erhielten die Aktionäre neben einer Basisdividende von 0,55 noch eine Bonusdividende von 0,45 Euro pro Aktie. Angesichts der vorliegenden Zahlen wurde die Dividende auf 0,29 Euro pro Aktie gekürzt. Damit werden allerdings immer noch vier Fünftel des verringerten Gewinns an die Aktionäre ausbezahlt.