4 AK-Unternehmensmonitor Präambel Zum fünften Mal veröffentlicht die Arbeiterkammer den AK-Unternehmensmonitor: Dieses Analyseinstrument nimmt jährlich die Performance der heimischen Unternehmen sowie der einzelnen Sektoren (Bau, Dienstleistung, Handel, Sachgütererzeugung) unter die Lupe. Der Unternehmensmonitor stellt die Mikroebene und damit die einzelnen Unternehmen in den Mit- telpunkt. Über die Bilanzdatenbank der AK fließen die Jahresabschlussdaten von jährlich (2009 bis 2013) bis zu 1.700 mittelgroßen und großen Gesellschaften1 in die Untersuchung ein: Allein im Jahr 2013 können bereits 1.370 Unternehmen einbezogen werden, die bis zum Untersu- chungszeitpunkt ihren Jahresabschluss im Firmenbuch eingereicht haben und den Untersu- chungsanforderungen entsprechen. Der Unternehmensmonitor beinhaltet fünf Schwerpunkte: Ertragslage, Betriebliche Verteilung, Finanzielle Stabilität, Standortsicherung und Gesellschaft- liche Verantwortung. Die Analyse erfolgt jeweils anhand zentraler betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, ein Überblick dazu findet sich im Anhang. Der Untersuchungszeitraum umfasst die letzten fünf Jahre und interpretiert insbesondere die Entwicklung der österreichischen Unternehmen im Jahr 2013. Kurzfassung Ertragslage: Gewinne und Rentabilität stabil auf hohem Niveau Der AK-Unternehmensmonitor zeigt eine stabile Ertragslage der österreichischen Unterneh- men im Jahr 2013. Der Gewinn aus dem operativen Bereich gemessen an der Betriebs leistung beträgt 3,9 Prozent, ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der schweren konjunkturellen Rahmenbedingungen schaffen es die Unternehmen das gute Vor- jahresniveau nahezu zu halten. Der Sektor Dienstleistungen erreichte sogar eine leichte Ver- besserung der EBIT-Quote von 5,0 Prozent auf 5,1 Prozent und ist damit der ertragsstärkste Sektor. Der Sektor Sachgüter weist die zweithöchste EBIT-Quote von 4,9 Prozent auf. Die EigentümerInnen können sich weiterhin über sehr hohe durchschnittlich zweistellige Renditen auf ihr investiertes Kapital freuen. 2013 machen die Gewinne durchschnittlich sehr gute 11,2 Prozent vom eingesetzten Eigenkapital aus. Über absolute Spitzenwerte bei der Eigenkapital- rentabilität von rd. 17 Prozent dürfen sich die Eigentümer der großen Handelsketten und Indus- triebetriebe freuen. Das vielzitierte unternehmerische Risiko bleibt damit auch in unsicheren Zeiten weiterhin gut verzinst. Betriebliche Verteilung: Ein Drittel der Lohn- und Gehaltsumme fließt an EigentümerInnen Als wichtiger Maßstab für die herrschende Verteilungspraxis in Unternehmen gilt die Relation zwischen Wertschöpfung und Personalaufwand. Der Anteil des Personalaufwands an der Wertschöpfung verbesserte sich in den letzten zwei Jahren zugunsten der ArbeitnehmerInnen. 2013 steigt der Wert um 1,3 Prozentpunkte auf 63,9 Prozent, was im Wesentlichen auf eine stagnierende Wertschöpfung bei moderaten Lohn- und Gehaltsabschlüssen zurückzuführen ist. Die Dividendenpolitik der Unternehmen sinkt nur geringfügig. 2013 fließen immer noch in Summe ein Drittel der Löhne und Gehälter in Form von Dividenden an AktionärInnen bzw. EigentümerInnen der Gesellschaften. 1vgl. Unternehmenssample, S. 26