ATX-Unternehmen im BilanzCheck.Juni.2015 ? 9 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Noch deutlicher als das Kerngeschäft, ist der Gewinn zurückgegangen: Insgesamt erwirtschafteten die unter- suchten 18 ATX Konzerne ein Gesamtkonzernergebnis von gerade einmal 546 Mio. Euro, das ist ein signifikan- ter Einbruch um -88,6 %. 2013 erreichte das Gesamtergebnis noch 4,8 Mrd. Euro. Während sieben Unterneh- men ihr Ergebnis zum Teil deutlich verbessern konnten, hat es bei elf Unternehmen einen Rückgang gegeben. Ein Drittel der Unternehmen schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Minus ab. Der Immobilienkon- zern Conwert Immobilien Invest SE und der Faserhersteller Lenzing AG fuhren mit -9 Mio. Euro bzw. -14 Mio. Euro ein Minus im niedrigen Millionenbereich ein. Schlimmer traf es da schon die Wienerberger AG und die Telekom Austria AG, die mit Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe von -170 Mio. Euro bzw. -185 Mio. Euro konfrontiert waren. Die höchsten Jahresfehlbeträge weisen jedoch die beiden Bankkonzerne Erste Group Bank AG (-1.313 Mio. Euro) und Raiffeisen Bank International AG (-463 Mio. Euro) auf. Fünf weitere Unternehmen mussten deutliche Gewinnrückgänge in einer Bandbreite von -6,6 % bis zu -72,0 % hinnehmen. Besonders hohe Gewinneinbrüche verzeichnete dabei die Mineralöl- und Energiewirtschaft: Um fast zwei Drittel auf nunmehr 613 Mio. Euro ist der Gewinn der OMV AG eingebrochen. Hauptverantwortlich dafür waren der Produktionsstillstand in Libyen, der fallende Ölpreis und hohe Abschreibungen in der Türkei. Auch das Energieversorgungsunternehmen Verbund AG musste – aufgrund niedriger Stromabsatzpreise sowie einer geringeren Wasserführung – enorme Gewinneinbußen von knapp drei Viertel hinnehmen. Zu den Gewinnern zählt hingegen der steirische Anlagenbauer Andritz AG: Das Unternehmen konnte das Jah- resergebnis fast vervierfachen und nähert sich mit knapp 210 Mio. Euro Gewinn an das gute Niveau des Jahres 2012 an. Zudem ist es dem Versicherungskonzern Vienna Insurance Group AG gelungen, den Gewinn um mehr als die Hälfte auf Rekordhöhe steigern. Die Österreichische Post AG verbesserte das Ergebnis deutlich um 18,4 %, ebenso wie die Voestalpine AG, die das Konzernergebnis um rund ein Fünftel anheben konnte. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag (in Tausend) 2012 2013 5 2014 2013/2014 OMV AG 1.790.464 1.729.000 613.000 -64,5% Voestalpine AG 555.293 503.428 594.238 +18,0% Vienna Insurance Group AG 444.893 256.310 391.360 +52,7% UNIQA Insurance Group AG 166.473 287.858 292.877 +1,7% Andritz AG 241.257 53.192 209.987 +294,8% Verbund AG 499.036 645.288 180.545 -72,0% Österreichische Post AG 123.200 124.000 146.800 +18,4% Flughafen Wien AG 72.327 73.285 81.950 +11,8% CA Immobilien Anlagen AG 49.989 75.831 70.798 -6,6% Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG 76.924 61.324 54.007 -11,9% RHI AG 113.500 63.400 52.500 -17,2% Zumtobel Group AG 6.086 -4.756 11.914 Conwert Immobilien Invest SE -172.100 13.300 -8.900 Lenzing AG 180.924 50.034 -14.160 Wienerberger AG -40.536 -7.835 -169.973 Telekom Austria AG 104.011 52.130 -185.398 Raiffeisen International AG 751.993 602.946 -463.079 Erste Group Bank AG 631.010 199.880 -1.312.636 18 ATX Unternehmen 5.561.379 4.778.615 545.830 -88,6% Quelle: Konzerngeschäftsberichte 5 adaptiert gem. Konzerngeschäftsbericht 2014 bzw. Konzerngeschäftsbericht 2014/2015