wien.arbeiterkammer.at/meinestadt AK Stadt · Seite 4 Fo to s: F ie lh au er R o lls p lit t „Wir haben einen guten Teamleiter. Er ist sehr kreativ und hat viele gute Ideen. Zum Beispiel haben wir uns selbst Funkgeräte gekauft, damit wir schneller kommu- nizieren können“, mischt sich ein Mitarbeiter gleich am Anfang des Gespräches ein. Yasin Sahin: Wir sind hier ein internationales Aufsichts- team. Ich habe serbisch, kro- atisch, arabisch sprechende Mitarbeiter, und ich spreche Türkisch. Es ist trotz des schlechten Wetters ziemlich viel los. Ja, jedes Wochenende kommen 6.000 bis 7.000 Menschen. Besonders viele kommen am 1. und am 6. Mai. Der 6. Mai ist ein südosteuropäischer Feiertag, oh, mein Gott, da kommen wirklich viele! Wer grillt hier? Bis zum letzten Jahr waren es 70 bis 80 Prozent TürkInnen, dieses Jahr ist es anders, es kommen immer mehr SyrerInnen und AfghanInnen. Die kennen sich hier noch nicht so gut aus. Wir erklären ihnen die Regeln, wenn sie gegen diese verstoßen. Jetzt, nach zwei Monaten, geht es schon besser. Heute Nachmittag sind die meisten aus Ex-Jugoslawien, weil der Ramadan schon begonnen hat. Die türkischen Familien kommen erst um 18 oder 19 Uhr. Manchmal wollen sie dann länger bleiben. Aber grillen darf man nur bis 21 Uhr. 80 bis 90 Prozent kommen mit der Familie. Viele sind Stammgäste. Ich bin mit einigen von ihnen schon befreundet. Kommen auch Österrei- cherInnen? Gestern waren viele ÖsterreicherInnen hier – vor allem StudentInnen. Die feiern sehr ausgelassen. Hin und wieder gibt es dann auch Probleme mit Alkohol. Manchmal kommen BesucherInnen, die direkt in der Wiese ein Feuer machen wollen, das darf man leider nicht. Da gehen wir hin, und die Leute müssen dann das Feuer löschen und den Boden wieder sauber machen. – Entschuldigung, Ent- schuldigung! [Herr Sahin unterbricht das Interview und wendet sich zwei jungen Frauen zu, die gerade ihr Geschirr im See waschen wollen.] Sie dürfen Ihr Geschirr hier nicht waschen. Das geht leider nicht. Sie können es oben am Brunnen waschen. Das ist auch Trink- wasser, das ist sauberer. Gibt es noch weitere Probleme? Ich habe schon oft ein Kind gefunden und keine Familie dazu. Das passiert ein- bis zweimal in der Woche. Ich gebe dem Kind etwas zu trinken und tröste es, dann suche ich die Familie. Bis jetzt habe ich immer noch hundertpro- zentig die Eltern gefunden. Kinder füttern auch gerne die Schwäne mit Brot. Wir haben viele hier. Aber das Brot ist für die Schwäne nicht gesund. Das muss man den Leuten dann erklären. Wie sieht Ihre Arbeits- routine aus? Am Wochen- ende und an Feiertagen sind wir von 9 bis 21 Uhr hier. Das ist wirklich sehr lang und viel Arbeit. Aber dennoch mögen ich und mein Team den direkten Kontakt zu den Menschen sehr, das macht uns die meiste Freude. Interview DAS MUSS MAN DEN LEUTEN DANN ERKLÄREN Yasin Sahin hat die AK Stadt eingeladen, mit ihm eine Runde am Grill- platz Brigittenauer Bucht zu drehen. Dabei erklärt der Teamleiter der Grillplatzaufsicht auf der Donauinsel die Sitten und Regeln beim Grillen. „Jedes Wochende kommen etwa 7.000 Menschen und mehr zum Grillen. Wir schauen, dass nichts Gröberes passiert.“ Yasin Sahin, Grillplatzaufseher „ Mit einigen Stamm gästen bin ich mittler weile befreundet. Kommen Sie her, machen Sie ein Foto von mir und meinem Freund.“ „Entschuldigung, Geschirr waschen dürfen Sie hier nicht, da müssen Sie hinauf zum Brunnen gehen.“ 857 Parkanlagen