wien.arbeiterkammer.at/meinestadt AK Stadt · Seite 6 Neben einer vielfältigen, kleinteiligen bauli- chen Entwicklung der Stadt prägen große, zusammenhängende Stadtentwicklungs- gebiete die Charakteristik Wiens: der viel- gelobte kommunale Wohnbau der dreißiger Jahre, die Wohntürme von Alt-Erlaa, die Per-Albin-Hansson-Siedlungen, der Leber- berg und viele andere Stadtentwicklungs- projekte bis in die Jetztzeit. Die gebauten Ergebnisse sind teils überzeugend und von BewohnerInnen hochgelobt, teils aber auch verbesserungswürdig. Deshalb ist es sinnvoll, einen genaueren Blick auf fertiggestellte Projekte zu werfen und das bisher Entstandene zu evaluieren. Es stellen sich folgende Fragen: Wurde das Ziel, aus vielen Einzelprojekten eine lebens- werte Stadt zu bauen, erreicht? Was sind die Voraussetzungen für das Entstehen eines attraktiven Stadtteiles? Wie wirken bzw beeinflussen die Planungswerkzeuge und -instanzen die Entwicklung? Braucht es mehr Verbindlichkeit und Lenkung oder mehr Selbstorganisation und Laisser- faire, um für die NutzerInnen ein optimales Ergebnis zu erreichen? Was kann man lernen? Gerade in Zeiten wachsender Bevölke- rungszahlen und großen Siedlungsdrucks ist ein Bewusstsein für die Qualität bei der Planung und Umsetzung von Stadtent- wicklungsgebieten wichtig, um die hohe T h em a Zusammengefasst Der öffentliche Raum ist eine notwendige Voraussetzung für städtische Lebensqualität. Seine Bereitstellung fordert Politik, Planungsinstanzen und Projekt- verantwortliche mannigfach heraus. Die Analyse von drei Stadtteilen in Wien liefert Argumente für die Planung und Umsetzung künftiger Stadt- entwicklungsprojekte. Beson- ders wichtig ist die Kooperation einzelner Projekte, um gemein- samen Raum zu schaffen. Fo to s: L is ie S pe ch t ( 1) , F ie lh au er (1 ) , Lebensqualität in Wien zu erhalten. Es geht schlicht um die Frage: Was kann man aus bereits realisierten Stadtentwicklungspro- jekten lernen? Man muss die Welt nicht bei jedem größeren Planungsprozess neu erfin- den, oft ergibt es Sinn, aus dem Erreichten zu schöpfen. Auch auf die Qualität kommt es an In einer Phase vergleichsweise dynami- schen Stadtwachstums ist es besonders wichtig, die Qualität des Gebauten trotz der geforderten und notwendigen Geschwindig- keit der baulichen Entwicklung nicht aus den Augen zu verlieren. Hier geht es nicht zuletzt darum, was einzelne Ba uprojekte verbin- det und die Stadt erst zur Stadt macht: den öffentlichen Raum. Mit seinen vielfäl- tigen Interaktionen ist er der Kitt zwischen einzelnen Gebäuden. Das macht ihn zum wichtigen Bestandteil, wenn nicht sogar zur notwendigen Voraussetzung für städtische Lebensqualität. Seine Bereitstellung fordert Politik, Planungsinstanzen und Projektver- antwortliche mannigfach heraus. ? NEUE STADTENTWICKLUNGSGEBIETE Wie wird aus vielen Häusern eine gute Stadt? In einer Phase des schnellen Stadtwachstums ist es besonders wichtig, nicht nur das Erbaute im Auge zu behalten. Das soziale und ökologische Umfeld sind zentrale Faktoren für das Zusammenleben. Von Christian Pichler DI Christian Pichler, Mitarbeiter der Abteilung Kommunalpolitik der AK Wien „Die Potentiale von Fassadenbegrünung werden auch in neuen Stadtentwick- lungsgebieten kaum genutzt. Nur ein Gebäude in den untersuchten Quartieren verfügt über begrünte Fassaden (Seestadt Aspern).“ Aus der AK Studie: „Öffentliche Räume in Stadtentwick- lungsgebieten Wiens“