AK Stadt · Seite 9 wien.arbeiterkammer.at/meinestadt 1 Alt und Neu verbinden Im Sonnwendviertel wirken die Sonnwendgasse und die Gudrunstraße wie eine Barri- ere zwischen Alt und Neu, die nur über einzelne Ampeln mit langen Wartezeiten für Fußgän- gerInnen zu überwinden ist. Querver bindungen vom Sonn- wendviertel zur Fußgängerzone Favoritenstraße müssen fuß- gänger- und radfahrerfreundlich gestaltet werden, etwa durch breitere Gehsteige in der Kepler- gasse beziehungsweise der Raaberbahngasse. 2 Erdgeschoßzonen managen Ums Eck einkaufen, ums Eck Besorgungen machen, Leute treffen oder zum Arzt gehen: Das macht die Lebens qualität im Grätzel aus. In der See- stadt wird das gezielt unter- stützt, im Sonnwendviertel und auf den Bombardiergründen nicht. Die Folge: Dort stehen die Erdgeschoßzonen leer, sind unattraktiv und teilweise zu Abstellräumen verkommen. 3 Das Zusammenleben moderieren In der Seestadt gibt es ein Stadtteilmanagement für die Wünsche, Sorgen und Anlie- gen der AnrainerInnen. Dort kann jede/r sagen, was ihr/ihm am Herzen liegt. Ob zu viele Hunde am Spielplatz toben, oder RadlerInnen oder SkaterIn- nen auf den Gehwegen die Fuß- gängerInnen irritieren: Es gibt AnsprechpartnerInnen mit regel- mäßigen Sprechstunden. Vor Ort werden mit den Betroffenen Lösungen gesucht. Im Sonn- wendviertel unterstützt dies eine Außenstelle der Gebietsbetreu- ung. Auf den Bombardiergrün- den fehlt ein Management. 4 Freiräume für alle Altersgruppen Eltern mit Kleinkindern, Jugend- liche, SeniorInnen oder Freizeit- sportlerInnen: Sie alle brauchen „ihren“ Raum. Das gelingt in der Seestadt gut. Auch im Sonn- wendviertel bietet der große Helmut-Zilk-Park Platz für jedes Alter. Auf den Bombardier- gründen, auf denen verschie- dene große private Bauherren die öffentlichen Zonen geplant haben, wird dies vor allem über Verbotsschilder gelöst. Da gibt es Spielplätze für Kleinkinder, die brauchen wir auch. Aber schon für Zehnjährige ist fast alles verboten. Das kann nicht die Lösung sein. 5 Plätze und Höfe für alle öffnen Oft verhindern die Eigentumsver- hältnisse in großen Wohnquartie- ren, dass alle die Plätze und Höfe nutzen können. Das muss sich ändern, egal, ob die Höfe und Plätze großen Privatinvestoren gehören oder öffentlich sind. Im Sonnwendviertel und in der See- stadt ist das gut gelungen. Priva- te Höfe und Spielflächen stehen allen offen. 6 Eine Stadt, nicht nur viele Häuser Ein Bauträger alleine gestaltet kein Viertel. Die Stadt und die Bezirke müssen hier für mehr Gemeinsamkeit sorgen. Bau- platzübergreifende Kooperati- on muss unterstützt werden. So gelingt die Vernetzung von Alt und Neu. 7 Beim Bauen auf das Stadt klima achten Im Sommer war es für alle spürbar: Wo es grüner ist, ist es auch kühler. Dach- und Fassadenbegrünung, Bäume und Rasenflächen sorgen für ein besseres Klima und ein ange- nehmes Wohnumfeld. 8 Fußwege und freie Durchgän- ge für alle schaffen Wenn der Fußweg sicher, erhol- sam und nicht zu lang ist, wird mehr zu Fuß gegangen. Des- halb muss es Wege durch große Wohnblocks hindurch statt drum herum geben. Auf den Bom- bardiergründen etwa wurde die Ost-West-Verbindung nicht mitgeplant. Nun gibt es einen 500 Meter langen Umweg statt einer 175 Meter langen Direkt- verbindung durch das Sied- lungsgebiet. Damit ein neues Wohnquartier nicht zum Hin- dernis und auch von den altein- gesessenen Nachbarn leichter akzeptiert wird, braucht es Wege und Plätze, die für alle offen sind und Begegnungen ermöglichen. Gut gelöst ist das in der Seestadt. 9 Wo kein Haus steht, muss gelebt werden können Boden ist knapp im wachsen- den Wien. Aber viele Versi- ckerungsflächen werden nicht genutzt: Aus ihnen könnte man dringend benötigte Spiel- und Erholungsflächen machen. Hier gibt es beispielweise im Sonn- wendviertel noch Nachholbe- darf. Auch dass die Sportplätze der Schulen am Wochenende verwaist sind, während sich die Menschen in den öffentlichen Parks drängen, muss nicht sein. 10 Die Menschen nicht im Regen stehen lassen Wer auf Bus, Bim oder S-Bahn wartet, muss dies in über- dachten Wartehäuschen können, mit Sitzgelegenheit und Beleuchtung. Das fehlt sowohl in der Seestadt Aspern als auch im Sonnwendviertel und auf den Bombardiergründen. WAS SCHON GUT FUKTIONIERT UND WAS NOCH GETAN WERDEN MUSS 10 Punkte für eine Stadtentwicklung, die allen nützt