wien.arbeiterkammer.at/meinestadt AK Stadt · Seite 12 Zusammengefasst Eine AK Studie untersucht die neuen Stadtentwicklungsge- biete – das Sonnwendviertel, die Seestadt Aspern und die ehemaligen Bombardiergrün- de. Es zeigt sich, wie wichtig es ist, für alle Menschen eines Grätzels ausreichend Raum zu schaffen. Für BewohnerIn- nen wie für Personen, die dort arbeiten oder Schulen besu- chen, gilt: Der öffentliche Raum muss schon bei der Planung mitgedacht werden. Mit einem interdisziplinären Forschungs- team aus den Bereichen Raum- und Ver- kehrsplanung, Landschaftsplanung und Sozialforschung hat die AK Wien in einer empirischen Studie die Qualitäten des öffentlichen Raumes in drei neuen Stadt- teilen Wiens evaluiert. Diese untersucht, in welcher Weise Gestaltungsmaßnahmen, Erdgeschoßnutzungen und Ausstattungen den öffentlichen Raum prägen. Die Studie geht auf die Situation von BewohnerInnen der Stadtteile ein sowie auf die dort Arbei- tenden. Mittels Begehungen, Raumaufnahmen zu Mobilität und Aufenthaltsqualität sowie einer Befragung wurden die Stadtteile eva- luiert. Eine vergleichende Analyse zeigte zentrale Themen und wichtige Fragestel- lungen, die als Phänomene in der Stadt- entwicklung diskutiert werden. Öffentliche Räume müssen lebendig, sicher und inklusiv sein. Das Zusammenwirken von Gebäuden, Straßenräumen und Ausstattung macht öffentliche Räume zu lebenswerten Orten, in denen Menschen sich gerne aufhal- ten und sicher fühlen. Zurückspringen der Gebäude Als äußerst probates Mittel für mehr Gestaltungsspielraum und eine Belebung des öffentlichen Raumes stellte sich das Zurückspringen der Gebäude hinter die Grundgrenze heraus, wie dies häufig in der Seestadt Aspern der Fall ist. Erdgeschoß- nutzungen haben dadurch mehr Flächen vor den Geschäftsräumlichkeiten zur Ver- fügung, der Straßenraum ist offener und AK STUDIE Freiraum für alle Wien wächst – auf gleichbleibender Fläche. Der öffentliche Raum in der Stadt kommt daher immer mehr unter Druck. Er muss vielfältigen Ansprüchen genügen. Von Andrea Weninger, Heide Studer, Ulla Thamm belebter. Ebenso entstehen Mikrofreiräume (zB durch Bänke, Über dachungen oder Ecken), die BewohnerInnen, aber auch BesucherInnen und im Gebiet Arbeitenden zur Verfügung stehen. Das Zurücksprin- gen ist über den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan regelbar. Erdgeschoßzonen managen Ein Management für die Vermietung der Erdgeschoßzone hilft in neuen Stadtent- wicklungsgebieten, geeignete MieterIn- nen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Standort zu verorten. Für die Belebung sind die Geschoßhöhen (mindestens 4 Meter) für Geschäfte im Erdgeschoß wichtig. Eine privat rechtliche Vorgabe, dass Blick- kontakt zwischen Erdgeschoß und öffentli- chem Raum besteht, könnte ergänzend die Attraktivität der Straßenräume erhöhen. Besonders im Sonnwendviertel finden sich zwar Geschäfte und andere Nutzungen im Erdgeschoß, einige schotten sich aller- dings stark nach außen ab. Freiräume schaffen Angebote für kurzfristigen, längeren oder auch temporären Aufenthalt leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Lebensqualität im Stadtteil und zur Gesundheitsför- ? Alle Menschen können profitieren, wenn sich bereits die Planung auf Interessen der Öffent- lichkeit konzentriert Fo to s: S ho ot A nd G o DIin Andrea Wenin- ger, Raumplanung, Gesellschafterin Rosinak & Partner ZT GmbH DIin Heide Studer, Landschaftsökologie und -gestaltung, Teilhaberin tilia technisches büro für landschaftsplanung und -gestaltung Ulla Thamm Rosinak & Partner ZT GmbH Thema NEUE STADT- ENTWICKLUNG „Bei den Interviews wurden stark befahrene Straßen häufig als Barrieren genannt – insbesondere bei Schulwegen, aber auch bei Wegen zu Haltestellen, Parkanlagen oder Geschäften.“ Aus der AK Studie: „Öffentliche Räume in Stadtentwicklungsgebieten Wiens“