wien.arbeiterkammer.at AK Stadt · Seite 14 Zusammengefasst Konfliktfelder im Zusam- menleben gibt es viele. Lärmende Kinder sind für manche ein Problem – zB am Satzingerweg. Dort wird vie- les mit Verboten geregelt. Es gibt aber auch andere Wege. Ein Stadtteilmanagement kann helfen, Probleme zu lösen. Im Falle der Bom- bardiergründe versucht das Jugendzentrum mit einem Grätzelfest die Nachbar- schaft zu verbessern. Herr B. ist wirklich kein Kinderfeind. Er hat selber vier Kinder großgezogen. Doch zu dem, was am Spielplatz im Zentrum der ehe- maligen Bombardiergründe passiert, möchte er sich Gehör verschaffen. 2011 ist Herr B. vom zweiten Bezirk in die Siedlung am Sat- zingerweg gezogen, um seinen wohlver- dienten Ruhestand zu genießen. Aber von Anfang an gab es Probleme mit dem Spiel- platz. Das Problem liegt darin, dass es im gesamten Stadtteil viele Kinder gibt, jedoch nicht genügend Spielplätze. „Viele kommen von weit her, die setzen sich sogar in die Straßenbahn, um herzufahren, und manch- mal wird es wirklich laut“, sagt Herr B. „Als wir hier einzogen, war es uns sehr recht, dass im Zentrum ein Spielplatz ist“, erzählt Frau S., während sie ein Auge auf ihre Kleine wirft, die in den Seilen des Kletterparks her- umturnt. „Es ist unheimlich praktisch, ich kenne viele Eltern hier, und wir wechseln uns darin ab, die Kinder zu hüten.“ Was Frau S. viel mehr stört, sind der Hundekot und die weggeworfenen Zigarettenreste. „Unsere Hausbesorgerin ist aber wirklich fix, sie räumt das wirklich schnell wieder weg.“ Viele Verbote Beim Lokalaugenschein fällt jedoch sofort auf: Auf den ehemaligen Bombardiergrün- den gibt es viele Verbotsschilder. Eine Tafel weist zB darauf hin, dass Kinder nur von 9 bis 12 und von 14 bis 20 Uhr den Spiel- platz benützen dürfen, eine weitere besagt „Steine werfen verboten“. Ursache dafür sei, so Herr B., dass die Kinder den Kies, der am LOKALAUGENSCHEIN Das Leben ist kein Spielplatz AnrainerInnen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Alte wollen Ruhe, Junge wollen Action, so manche stört der Hundekot in der Wiese. Über die immer wiederkehrenden Probleme in der Wohnanlage. Von Jakob Fielhauer Spielplatz als Fallschutz dient, auf die Rut- sche schmeißen, und das ist laut. „In unseren Untersuchungen war schon auffallend, dass auf den ehemaligen Bom- bardiergründen das Zusammenleben der BewohnerInnen mit vielen Verbotsschildern geregelt wird“, sagt Thomas Ritt, Leiter der Abteilung für Kommunalpolitik in der AK Wien, „in anderen Stadtteilen funktioniert das besser.“ Im neu gebauten Sonnwend- viertel gibt es zum Beispiel bereits seit 2012 eine Gebietsbetreuung. Erfolgsrezept Das Stadtteilbüro der Gebietsbetreuung 10 hatte schon während der Errichtung die Aufgabe, BewohnerInnen und Interessierte über neue Entwicklungen im Bau prozess zu informieren. Die Gebietsbetreuung lädt regelmäßig zu Veranstaltungen ein, auf denen die AnrainerInnen ihre unterschied- lichen Standpunkte austauschen können. Deshalb entstehen weniger Konflikte. Auch die Asperner Seestadt hat ein funktionieren- des Stadtteilmanagement. „Es scheint ua ein Erfolgsrezept zu sein, dass es bei größeren Bauvorhaben jemanden gibt, den die Anrai- nerInnen ansprechen können, der ihre Pro- bleme ernst nimmt, sie moderiert und ? Auffallend ist, dass in man- chen Wohnanlagen vieles über Verbote geregelt wird. Es kann auch anders gehen Fo to s: E rw in S ch uh (1 ) © S yd a P ro du ct io ns , g ra dt – fo to lia .d e (2 )Jakob Fielhauer ist Redakteur der AK Stadt Thema NEUE STADT- ENTWICKLUNG Bei der Ampel Fulton- straße/Donaufelder Straße gibt es Unfälle mit Kindern, Straßenbahn und Autos. (Erwachsener Bewohner) Aus der Befragung der AK Studie: „Öffentliche Räume in Stadtentwicklungsgebieten Wiens“