WIEN NEU 10 ARBEITERKAMMER WIEN Abbildung 1: Politische Repräsentanz – Bevölkerung/Wähler/in je Bezirksmandatar/in 2015 Quelle: Stadtwahlbehörde, eigene Berechnungen >>> Die derzeit bestehenden Regelungen bewirken, dass die Innenbezirke quantitativ deutlich besser repräsentiert werden als die großen Flächenbezirke außerhalb des Gürtels. Insgesamt wird die ungleiche Verteilung der Vertretung als problematisch angesehen, kaum jemand würde aber – trotz Rekrutierungsproblemen und geringer Beteiligung – an der Ge- samtzahl der Vertreter/innen Änderungen vornehmen wollen, mit dem Hinweis, die Eröff- nung dieser Diskussion würde von wichtigeren Themen ablenken. Nach langem Tauziehen wurde das neue Wahlrecht mit rot-grüner Mehrheit Ende 2015 beschlos- sen. Der mehrheitsfördernde Faktor wurde reduziert. In diesem Kontext wurde am Rande auch die Frage der Repräsentanz der Bezirke diskutiert, wobei hier aber eher wahlarithmetische als demokra- tiepolitische Fragen im Vordergrund standen. 3.2.2 Ausschüsse und Kommissionen Erst mit dem Dezentralisierungsschritt 1987 und in Folge 1997 wurde das Ausschusssystem wie es derzeit praktiziert wird, eingeführt. Die Bedeutung der Ausschüsse und Kommissionen hat somit über die Jahre deutlich zugenommen. Anträge an die Bezirksvertretung, die auf konkrete Maßnah- men (etwa im Verkehrsbereich) abzielen, werden verstärkt in einer Kommission oftmals gemeinsam mit den zuständigen Magistratsbediensteten beraten. Die Bezirksvertretung hat lt. § 66a einen Finanzausschuss, einen Bauausschuss und einen Umwelt- ausschuss zu bestellen. Jeder Ausschuss besteht aus einer von der Bezirksvertretung zu bestim- menden Anzahl von Mitgliedern, die mindestens zehn und höchstens 15 beträgt, und aus einer glei- chen Anzahl von Ersatzmitgliedern. Diese werden auf die wahlwerbenden Parteien im Verhältnis der Zahl der ihnen angehörenden Mitglieder aufgeteilt (siehe Wiener Gemeindewahlordnung 1996). Die Bezirke können zur Vorberatung bestimmter bezirksrelevanter Fragen auch Kommissionen der Bezirksvertretung einsetzen. Sie sind fakultativ und haben keine gesetzlich zugewiesenen Kompe- 0 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 EinwohnerIn/ BezirksmandatarIn Wahlberechtigte/ BezirksmandatarIn