WIEN NEU ARBEITERKAMMER WIEN 25 Das Organigramm zeigt diese zentrale Stellung der BVs innerhalb des Systems. (zur Zusammenar- beit Bezirk Magistrat siehe auch Kap. 3.3) Abbildung 2: Zusammenarbeit Bezirk - Magistrat Quelle: http://www.wien.gv.at/bezirke/dezentralisierung/kooperationen.html Bürgerbeteiligung in Form von Bürgerbefragungen oder Bürgerversammlungen wird immer mehr zu einer (Haupt-)Aufgabe der Bezirksvorstehung. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sich aus der Bür- gerbeteiligungsintensität immer mehr auch eine bestimmte „Macht“ der Bezirke ableiten lässt. Mit zunehmender Artikulationsbereitschaft und –fähigkeit der Bewohner/innen im Rücken steigt auch die Bedeutung und Aufmerksamkeit in der Stadt, was speziell in kleinen Bezirken und/oder für Bezirks- vorsteher/innen mit wenig Hausmacht von Vorteil sein kann. In vielen Fällen wird die/der Bezirksvorsteher/in von ihrem/seinen Stellvertreter/in oder von fachlich kompetenten (zeitlich flexiblen) Bezirksräte/rätinnen seiner/ihres Vertrauens vertreten. Dies ist ins- besondere der Fall im Zusammenhang mit der Teilnahme an Lokalaugenscheinen und kommissio- nellen Verhandlungen. Die Frage nach der Bedeutung dieser „Ortsverhandlungen“ wurde auch im Rahmen der Interviews gestellt. Es stellte sich – entgegen der ursprünglichen Annahme – heraus, dass diese Verhandlungen als wichtige Aktivität angesehen werden. Die Rolle der anwesenden Bezirksvertreter/innen wird immer stärker in Richtung Kontrolle der zuständigen Fachbeamten ge- sehen, wobei hier beide Richtungen möglich sind (zu strenge Auslegung bzw. zu flexible Ausle- gung). Angesichts der knappen zeitlichen und personellen Ressourcen und der steigenden inhaltli- chen Anforderungen, wird es immer schwieriger die entsprechenden personellen Kapazitäten zu Verfügung zu haben. Derzeit sind nur in wenigen Fällen die BV auch Vorsitzende/r der Bezirksvertretung. Früher waren die BVs automatisch, ex lege Vorsitzende der Bezirksvertretung, doch seit den 1990er Jahre wurde