47 Der Pfad bis 2019 wurde kaum angepasst. Auch unter Berücksichtigung eventuell auftretender Rundungsdifferenzen ist jedoch nicht nachvollziehbar, wie es gegenüber der Vorjahresplanung trotz niedrigerer Staatsschuldenquote und in den Folgejahren leicht niedrigeren Zinsausgaben zu einem minimalen Anstieg 2017 kommt. Die Zinsbelastung müsste angesichts einer Schuldenstandquote von bald unter 80 % des BIP und einem Zinsniveau deutlich unter 1 % mittel- bis langfristig noch stärker sinken. Ob sich hinter dem schwachen Rückgang eine noch konservative Ausrichtung der Refinanzierungsstrategie (die durchschnittlichen Laufzeiten sind in Österreich deutlich höher als im EU-Durchschnitt, was zu höheren Kosten aber niedrigerem Zinsrisiko führt), eine pessimistische Zinsannahme oder ein einkalkulierter budgetärer Spielraum verbirgt, lässt sich anhand der Unterlagen allerdings nicht abschätzen. Der von Emissionsagien, Anleihearten (insbesondere Nullkuponanleihen) und Fristigkeitsstruktur verzerrte Pfad der in der UG 58 – im Unterschied zu den anderen UGs lediglich netto – veranschlagten Auszahlungen verläuft wellenförmig, wobei es gegenüber dem letztjährigen Strategiebericht durchgängig zu Mehrauszahlungen kommt. Begründet wird das mit der nun geplanten expansiveren Ausrichtung, die zu einem höheren Defizit und damit zu höheren Schulden führt, und geringeren Emissionsagien. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass in der Vergangenheit die Zinsauszahlungen durchwegs sehr vorsichtig budgetiert waren und eine „Pufferfunktion“ für allfällige Mehrauszahlungen erfüllten. So beliefen sich die Auszahlungen 2015 letztlich auf 5,2 Mrd Euro nach ursprünglich im BVA veranschlagten – und im letztjährigen Strategiebericht ausgewiesenen – 6,6 Mrd Euro. In welchem Ausmaß dieser Puffer nach wie vor vorhanden ist, lässt sich anhand der vorliegenden Information schwer beurteilen. Wenn man davon ausgeht, dass das Zinsniveau weiterhin auf sehr niedrigem Niveau bleiben wird, dann ist der Rückgang der Auszahlungsobergrenzen für die Zinsauszahlungen durchaus realistisch. Die erstmalig auftretenden Auszahlungen in der UG 51 stehen in Zusammenhang mit den Negativzinsen, die für Guthaben aus dem kurzfristigen Liquiditätsmanagement derzeit fällig sind.