6 www.gesundearbeit.at/aktuelles A K T U E L L E S Schon seit Jahren weist die AK auf belas- tende Arbeitsbedingungen hin. Hohe Wer- te bei psychischen Belastungen, Stress und Druck am Arbeitsplatz sind die Realität. Die Folgen schlechter Arbeitsbedingungen sind hinlänglich bekannt: Es drohen Burn- out, Depressionen und andere Krankheiten. Will man erreichen, dass Beschäftige länger in Arbeit bleiben, so müssen die Zuständigen in den Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen. „Die Eva- luierung psychischer Belastungen und betriebliche Gesundheitsförderung sind Aufgabe der Betriebe und daher rasch und flächendeckend umzusetzen“, so Kalliauer. Die Ansicht, eine höhere Arbeitsplatzqua- lität würde die Arbeitslosigkeit erhöhen, teilt die OECD-Studie nicht. So gibt es Länder mit sowohl niedriger Arbeitslosig- keit als auch guten Arbeitsbedingungen. Den übermäßigen Einsatz von Leiharbeit sieht die OECD als Gefahr für die soziale Stabilität – regulär Beschäftigte garantie- ren überdies höhere Produktivität. Die OECD-Studie hat die alarmierenden Zahlen aus dem österreichischen Arbeits- klima Index und dem Gesundheitsmoni- tor klar bestätigt. Jetzt muss gehandelt werden. Gefordert wird die Reduktion der Überstunden, weitere wirksame Maß- nahmen gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz und wirksame Sanktio- nen für Betriebe, die krank machende Ar- beitsbedingungen nicht abstellen. Alexander Heider, AK Wien Mehr Infos unter tinyurl.com/oecd214 Die OECD-Studie beleuchtet Ar-beitsmarkt und Arbeitsbedin-gungen in 32 OECD-Ländern. In Sachen Arbeitsplatzsicherheit und Arbeits- losigkeit ist Österreich vorne mit dabei. Nicht aber, was das Arbeitsumfeld betrifft. In diesem Bereich ist die Situation bei uns wesentlich schlechter. Das zeigt, wie we- nig Bedeutung Österreichs Unternehmen der Qualität der Arbeitsplätze zumessen. Lange Arbeitszeiten und hoher Zeitdruck verweisen Österreich bei diesem Indikator auf Rang 27 von 32 erfassten OECD-Län- dern. Die verfügbaren Arbeitsressourcen – wie Arbeitsautonomie, Lernmöglichkeiten und Arbeitsplatzbeziehungen – vermögen diese hohen Arbeitsanforderungen nicht ausreichend auszugleichen. Nach der OECD muss das Arbeitsumfeld in Österreich verbessert werden. Andern- falls drohen erhöhte Burn-out-Raten, De- pressionen und andere stressbedingte physische und psychische Krankheiten. OECD-Studie untermauert AK-Warnungen: hohes Burn-out-Risiko Die OECD bestätigt die Kritikpunkte von Arbeiterkammern und Gewerkschaf- ten, dass Leiharbeit, Zeitdruck und lange Arbeitszeiten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich massiv belasten. Das deckt sich mit aktuellen Erhebungen der AK Oberösterreich zur Krankenstandentwicklung. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „In den letzten zehn Jahren haben sich die Krankenstandsta- ge wegen psychischer Beschwerden fast verdreifacht – dieser erschreckende Trend muss gestoppt werden.“ Arbeitsqualität: Österreich weit hinten Der OECD-Beschäftigungsausblick 2014 misst erstmals auch die Beschäftigungsqualität. Lange Arbeitszeiten und hoher Zeitdruck verweisen Österreich bei diesem Indikator auf Rang 27 von 32 erfassten OECD-Ländern. © alp ha sp iri t - Fo to lia .co m