10 A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z Betrieben, sondern haben praktisch alle Friseur-Lehrkräfte in Österreich geschult, Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt etc.“ In der Regel sind die Schutz- maßnahmen in den Friseursalons unzu- reichend. Beim Färben verwenden die meisten Friseurinnen und Friseure Hand- schuhe, doch diese sollten auch beim Haarewaschen und beim Abspülen getra- gen werden. Informationsbedarf gibt es auch bei den Materialien. Latex-Allergien sind in der Bevölkerung gar nicht so selten. In Deutschland gab es bereits Todesfälle durch Latex-Handschuhe. Chemisch be- ständiger und – seit sie auch von Spitälern in großen Mengen gebraucht werden – kostengünstiger sind Nitril-Handschuhe. Für Herbst ist eine spezielle Info-Kampag- ne dazu bei den Friseurbedarfsunterneh- men geplant. Hautschutz-ABC Doch auch für andere Berufsgruppen hat die Arbeitsmedizinerin Antes viele prakti- sche Tipps zum PSA-Bereich Hautschutz parat: hol, dadurch wird die Haut trockener. Dagegen helfen pflegende Präparate nach der Arbeit, idealerweise werden sie auch über Nacht aufgetragen. Kei- nesfalls sollten Hautpflegeprodukte anstelle von Hautschutz verwendet werden, denn pflegende Präparate ent- halten Bestandteile, die gewährleisten sollen, dass die Creme möglichst tief in die Haut eindringen kann. Wer ein Pfle- geprodukt vor der Arbeit verwendet, riskiert damit die Schädigung der Haut, weil diese dadurch auch für die Schad- stoffe besonders aufnahmebereit ist. Für einen effektiven Hautschutz ist der korrekte Einsatz von Schutz- und Pfle- gecremen unerlässlich. ?Hautschutzpräparate mit Gerbstoffen schützen auch vor Hauterweichung in Schutzhandschuhen. Wichtig ist, dass das Produkt rund fünf Minuten lang einziehen kann, bevor die Handschuhe angezogen werden. ?Dermalite(Dermalux)-Geräte zur an- schaulichen Demonstration des rich- tigen Hautschutzes: Unter einer fluo- reszierenden Lampe wird sichtbar, wo ausreichend (mit einer Fluoreszenzlo- tion) eingecremt wurde und wo nicht. Die Haut zwischen den Fingern, der Na- gelfalz, aber auch Ringe sind kritische Stellen. ?Bei mehreren Arbeitnehmerinnen/Ar- beitnehmern sind Spender aus hygieni- schen Gründen die am besten geeigne- ten Behälter. Antes kennt die Tücken des Alltags: „Vor der Entscheidung für ein Schutzhand- schuh-Modell wird oft lange nachge- dacht, alle Für und Wider werden sorgfäl- tig erwogen. Leider hapert es dann nicht selten bei der korrekten Anwendung. Aus falsch verstandener Sparsamkeit – auch seitens der Beschäftigten – werden Ein- malhandschuhe mehrfach verwendet. Defekte an Handschuhen werden teilwei- se nicht erkannt und der Handschuh wei- ter eingesetzt. Oder die Schutzwirkung wird dadurch zunichte gemacht, dass kontaminierte Handschuhe nicht korrekt ausgezogen werden.“ ? Prophylaktische Allergietestungen sind nicht zielführend, da nur der aktuelle Zustand wiedergegeben werden kann und eine Allergie im Laufe der Zeit ent- stehen kann. Durch Schutzmaßnahmen hingegen lässt sich das Risiko, eine be- rufsbedingte Hauterkrankung zu ent- wickeln, stark reduzieren. ?Hautschutzpläne, auf denen dargestellt ist, wer wann welchen Hautschutz so- wie welche Hautreinigung und -pflege anwenden soll, sollten nicht nur aus- gehängt, sondern auch erklärt werden. Danach ist zu prüfen, ob auch tatsäch- lich alles richtig verstanden wurde. ?Duftstoffe sind potenzielle Allergene, daher werden besser unparfümierte Präparate verwendet. ?Hautschutzpräparate sehen zwar meist genauso aus und fühlen sich so an wie Pflegecremen, wirken aber aus- schließlich vorbeugend. Sie stärken die mechanische Festigkeit der obersten Hautschicht. Damit schützen sie vor Hauterweichung und Verschmutzung und erschweren das Eindringen von vielen Schadstoffen. Manche Haut- schutzprodukte enthalten auch Alko- Beruflich bedingte Hauterkrankungen: Besonders Friseurinnen und Friseure sind betroffen. © ca si - F ot ol ia. co m