11 Schutz- und Pflegecremen richtig angewandt schützen die Haut. A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z Obwohl eine fachgerecht durchgeführte Arbeitsplatzevaluierung, in Kombination mit den Regeln der Technik, hier Maß- nahmen vorsehen würde.“ Diese Berei- che sollten möglichst bald mit einer eige- nen Durchführungsverordnung geregelt werden. Das A und O der PSA Persönliche Schutzausrüstungen sind an sich die letzte Stufe einer Reihe von Maßnahmen, um ArbeitnehmerInnen vor möglichen Unfällen und Gesundheits- schäden zu schützen. Prinzipiell ist die PSA erst dann einzusetzen, wenn alle kol- lektiven technischen Schutzmaßnahmen und arbeitsorganisatorischen Maßnah- men zur Vermeidung von Gefahren aus- geschöpft sind und noch immer Restge- fahren bestehen. Die Rangfolge ist leicht zu merken: ? Substitution (Ersetzen) des Gefahrstof- fes durch einen weniger gefährlichen ? Technische Maßnahmen: Anwendung von geschlossenen Systemen, Absau- gung von Gasen, Schwebstoffen etc. ?Organisatorische Maßnahmen: Ver- teilung der Belastungen auf mehrere ArbeitnehmerInnen, Exposition zeitlich begrenzen ? Persönliche Schutzmaßnahmen: Hand- schuhe, Gehörschutz, Helme etc. Die optimale persönliche Schutzausrüs- tung ist ergonomisch, optisch anspre- chend – und wird von den Betreffenden selbst ausgesucht. „Dann“, so AK-Experte Bruckner, „ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch getragen wird, am größten“. Verschlechterungen zurücknehmen Im Großen und Ganzen wird die neue PSA-Verordnung durch konkrete Bestim- mungen die Umsetzung entsprechender Maßnahmen erleichtern sowie zu mehr Akzeptanz und damit zu mehr Sicherheit beitragen. Doch in einem Punkt brachte sie sogar Verschlechterungen. Unterwei- sungen, also dem jeweiligen Arbeitsplatz und dem Wissensstand der/des jewei- ligen Beschäftigten angepasste Schu- lungen müssen vor Arbeitsantritt, aber auch bei Einführung neuer Maschinen oder neuer Maßnahmen nach Unfällen etc. durch geführt werden und sind erfor- derlichenfalls zu wiederholen. Hier sieht Harald Bruckner, Sicherheitsexperte der AK Wien, Verbesserungsbedarf: „Seit der neuen PSA-V ist es möglich, die Inter- valle von Unterweisungen von einem Jahr auf bis zu drei Jahre zu verlängern. Diese Veränderung wurde kurz vor Be- schlussfassung von Unternehmerseite hineinreklamiert und sollte rasch wieder abgeschafft werden.“ Leider keinen Fortschritt bringt die PSA-V bei der Arbeitskleidung, weil Regelungen über spezifische Arbeitskleidung nicht berührt werden. „Das müssen wir uns in den nächsten Jahren genau anschauen“, ortet Bruckner Verbesserungsbedarf. „Po- sitiv ist zwar, dass jetzt per Verordnung klargestellt wurde, dass die orthopädi- sche Zurichtung von Sicherheitsschuhen gezahlt werden muss, doch in puncto passender Fußschutz herrscht teilweise Handlungsbedarf. Viele ArbeitnehmerIn- nen brauchen beispielsweise Berufsschu- he mit rutschfester Sohle oder passendes Schuhwerk für länger andauernde Bean- spruchungen (Steharbeitsplätze usw.). Doch hier blieb leider alles beim Alten. „Bei der Arbeitskleidung gibt es noch Verbesserungsbedarf“ Harald Bruckner VERANSTALTUNGSTIPP 4.11.2014: Hände gut, alles gut Informationsveranstaltung zur Kam- pagne der AUVA zur Vermeidung von Handverletzungen (mehr Infos auf Seite 24) Mehr Infos unter tinyurl.com/psa214 © Kl au s E pp ele - F ot ol ia. co m