12 A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z Hautschutz: Tragen von Handschuhen in Feinkostabteilungen nicht erforderlich Das Tragen von Handschuhen in den Feinkostabteilungen von Supermärkten gilt vielen als Zeichen von Hy- giene. Aber: Das routinemäßige Tragen von Handschuhen bringt Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten mit sich, wie ein Erlass des Zentralarbeitsinspektorats ausführt. Darüber hinaus ist es keineswegs hygieni- scher als das Arbeiten mit bloßen Händen, sofern geeignete Werkzeuge und Hilfsmittel verwendet werden. Handschuhe keineswegs hygienischer Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass das Tragen von Handschuhen an Feinkostbedienungstheken von Wurst-, Fleisch- oder Käsereiprodukten keineswegs hygienischer ist als das Arbeiten mit bloßen Händen unter Verwendung geeigneter Werkzeuge (z. B. Zangen, Gabeln, Folien). Das langfristige Tragen von feuchtigkeits- dichten Handschuhen, wie sie derzeit an Feinkostbedienungstheken verwendet werden, stellt grundsätzlich eine Belastung für die Haut, die mit Feuchtarbeit vergleichbar ist, dar. Im Handschuh kommt es zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau, der ein Aufquellen der Hornhaut bewirkt. Dadurch wird die Barrierefunktion der Oberhaut herabgesetzt. Chemikalien und Mikroorganismen können leichter in die Haut eindringen. Das Entstehen von Hautkrankheiten (z. B. Abnutzungsekzem) wird gefördert. Daher sollten Handschuhe aus Gründen des ArbeitnehmerInnenschutzes immer nur für ausrei- chend begründete hautgefährdende Tätigkeiten getragen werden. Mehr Infos unter tinyurl.com/handschuhe214 Tragen von Handschuhen: Was ist zu beachten? ?Das langfristige Tragen von Handschuhen belastet die Haut der Beschäftigten. Es sollte nur dann erfolgen, wenn es tätig- keits- bzw. produktionsbedingt unbedingt erforderlich ist. ? Langfristiges Tragen von Handschuhen ist daher zu vermeiden und der direkte Kontakt mit der Ware durch die Verwendung von geeigneten Hilfsmitteln wie Greifwerkzeugen (Gabeln, Zangen), Folien, Papier etc. auf ein Minimum zu reduzieren. ? Es gibt keine lebensmittelrechtliche Verpflichtung zum Tragen von Handschuhen in Feinkostabteilungen, sofern beim Umgang mit Lebensmitteln geeignete Werkzeuge verwendet werden. ? Schutzhandschuhe sind den Beschäftigten nach dem Arbeit- nehmerInnenschutzgesetz (ASchG) dann zur Verfügung zu stellen, wenn Gefahren bestehen und diese nicht durch kollek- tive sicherheitstechnische Schutzmaßnahmen oder arbeitsor- ganisatorische Maßnahmen vermieden oder ausreichend be- grenzt werden können. © fu nt ik2 4e n - F ot ol ia. co m