www.gesundearbeit.at/buchtipps14 A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z ?Ängstlichkeit, schwindendes Selbstvertrauen ?Depression, Aggression, Schlaf- und Konzentrationsstörungen ? Fehlende Motivation, verminderte Arbeitszufriedenheit, gerin- ge bis keine Bindung mehr an das Unternehmen ?Unsicheres Verhalten und Tendenz zu Fehlentscheidungen ? Starke Belastungen der zwischenmenschlichen Beziehungen ? PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) Gewalt hat verschiedene Facetten und reicht von verbalen At- tacken bis hin zu physischen Angriffen. Art, Schwere und Häu- Gewalt gegen MitarbeiterInnen in Öffis Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem. Gewalt kommt in Familien, Beziehungen und leider auch in vielen Dienstleistungsberufen vor. Das kann nicht akzeptiert werden. Gewalt darf weder Arbeitsalltag sein, noch zum Berufsrisiko gehören. Denn die Folgen von Gewalt am Arbeitsplatz sind gravierend. figkeit der Übergriffe in Öffis haben sich in den letzten Jahren verändert, leider nicht in eine positive Richtung. Im juristischen Sinn liegt Gewalt vor, wenn jemand einen anderen bewusst kör- perlich verletzt oder absichtlich eine Sache zerstört, die einem anderen oder der Allgemeinheit gehört (z. B. die Beschädigung eines Waggons). Im psychologischen Sinne ist Gewalt alles, was einen Menschen seelisch verletzt. Dabei ist die Wahrnehmung der betroffenen Person entscheidend: Gewalt ist, was jemand als Übergriff empfindet. Das beinhaltet auch verbale Attacken und Mobbing. MitarbeiterInnen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind meist von Gewalt durch Dritte (Fahrgäste) betroffen. Sicherheit in U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und Bus ist jedoch eine unabdingbare Vor- aussetzung für die Akzeptanz und Qualität von Öffis. Das Thema muss daher für alle Unternehmen höchste Priorität haben, im Sinne der Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mit- arbeitern und Fahrgästen. Gewerkschaften, Betriebsrätinnen und Betriebsräte sowie Personalvertreterinnen und -vertreter müs- sen gegenüber dem Management des jeweiligen Unternehmens deutlich machen, dass Gewalt nicht hingenommen wird. Kollegin- nen und Kollegen müssen dazu ermutigt werden, dass sie Über- griffe jeglicher Art nicht als Berufsrisiko abtun, sondern melden und dokumentieren. Es gilt, Gefährdungssituationen sorgfältig zu analysieren. Nur durch einen offenen Umgang mit dem Thema kann das Vertrauen der MitarbeiterInnen gestärkt werden. Tatort Arbeitsplatz – Gib der Gewalt im Job keine Chance Um Bewusstsein für das Thema zu schaffen, aber auch kon- krete Informations- und Serviceleistungen zu bieten, hat die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida 2009 die Ini- tiative „Tatort Arbeitsplatz“ ins Leben gerufen. Seit zwei Jahren ist die GdG-KMSfB ein starker Kooperationspartner. Zum Pro- jekt gehören Seminare rund um das Thema Gewalt, die Bereit- stellung von Materialien und Unterlagen, das Ausarbeiten von Betriebsvereinbarungen oder psychologische Beratungen. vida bietet betroffenen Mitgliedern auch psychosoziale Ersthilfe bei Mobbing oder physischer Gewalt an. Mehr zur Initiative unter www.tatortarbeitsplatz.at. Peter Traschkowitsch, vida arbeitnehmerinnenschutz@vida.at Mehr Infos unter tinyurl.com/gewalt214© Ö BB /H ar ald Ei se nb er ge r