Vorwort I m Jahr 2008 erschütterte die Finanz- krise unsere Wirtschaft. Bis heute sind die Folgen nicht überwunden, was sich in den noch immer hohen Arbeits- losenquoten und Staatsschulden wider- spiegelt. Eine Hauptursache der Finanz- krise war die vorausgegangene Aufwei- chung der Regulierung vor allem markt- basierter Finanzinstrumente. Dies begüns- tigte unter anderem die Bildung von „Schattenbanken“ abseits regulierter Ban- ken, die wesentlich zu Instabilitäten auf den Finanzmärkten beigetragen haben. Ein instabiles Finanzsystem ist eine Ge- fahr für die Gesamtwirtschaft. Laut Euro- päischer Zentralbank ( EZB ) zählt das Euro- gebiet zu den Regionen mit der stärksten Expansion des Schattenbanksektors. Die- ser sei „ein hoher Risikofaktor für die Sta- bilität des Finanzsystems im Euroraum und muss somit genau beobachtet werden.“ Aber obwohl es dazu einschlägige Vor- schläge zur besseren Regulierung gibt, kommt die Neugestaltung des Schatten- banksystems kaum voran. Stattdessen wird an der „Europäischen Kapitalmarkt- union“ gearbeitet. Dabei soll auch der in- zwischen ausgetrocknete Verbriefungs- markt wiederbelebt werden. Damit drohen erneut Intransparenz und Krisenanfällig- keit, ohne dass damit ein Kernproblem der Investitionsschwäche gelöst würde: die zu geringe Binnennachfrage in Europa In der Eurozone erreichten 2014 die Akti- vitäten von Schattenbanken 24,5 Billionen Euro. Das war das 2,4 fache des BIP. In Irland, dessen Finanzsystem von der Krise besonders hart getroffen wurde, übersteigt das Volumen des Schattenbanksektors das BIP gar um das 15,6-fache. Diese Zahlen zeigen: Wir brauchen klare Vorgaben, um Licht in den Schattenbereich der Finanzwelt zu bringen. Rudi Kaske AK Präsident | SCHATTENBANKEN2