22 münden sollen. Zum jetzigen Stand liegt kein gemeinsamer Vorschlag des Finanzministers und der Finanzausgleichspartner vor – die Zeit für ein Inkrafttreten mit Beginn 2017 drängt. Eine sozialökologische Transformation kann nur gelingen wenn alle Ebenen miteinbezogen werden. Insbesondere in den wachsenden Ballungsregionen braucht es genügend Mittel für Investitionen in wichtige Bereiche wie der Daseinsvorsorge, Pflege, Kinderbetreuung oder auch Integration. Im Abschnitt 3.1.2 Öffentliche Investitionen werden daher erste Ansatzpunkte für ein regionales Investitionspaket umrissen. Reformbedarf im Finanzausgleich resultiert aus dem – bedingt durch eine Vielzahl an Kompetenzverflechtungen ? hohen Grad an Komplexität und Intransparenz der Finanzbeziehungen zwischen den Gebietskörperschaften. So stimmen etwa die Summen der zwischen Ländern und Gemeinden verbuchten Transfers nicht überein. Reformen, die die Transferbeziehungen zwischen den einzelnen Gebietskörperschaften vereinfachen und transparenter gestalten (etwa eine Durchforstung und Reduktion der 15a Vereinbarungen, Vereinfachung der Schulorganisation), sollten daher ebenso wie Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen im Mittelpunkt der Verhandlungen für ein neues Finanzausgleichsgesetz stehen. Unter dem Stichwort Aufgabenorientierter Finanzausgleich wird in ExpertInnenkreisen bereits seit längerem über mögliche Verbesserungen der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Gemeinden diskutiert. Aufgabenorientierung im Finanzausgleich bedeutet die Geldflüsse zwischen den Gebietskörperschaften verstärkt an Leistungskriterien zu binden, anstatt sie von Verhandlungsergebnissen abhängig zu machen. Zudem kann die Aufgabenverantwortung dadurch klar einer Gebietskörperschaftsebene zugeordnet werden, wodurch die Transparenz erhöht wird. Eine Gesamtreform erscheint aufgrund der Komplexität der Finanzströme unrealistisch, jedoch wurde bereits im Regierungsprogramm ein Pilotprojekt zu einer aufgabenorientierten Finanzierung der Elementarbildung (Kinderbildung und -betreuung) verankert. Eine Umsetzung des Pilotprojekts ist angesichts der bereits seit 1 ? Jahren bestehenden Arbeitsgruppen (darunter eine eigenständige Arbeitsgruppe zum Thema Aufgabenorientierung) im Finanzausgleich jedenfalls machbar. Das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) hat im Auftrag der Arbeiterkammer Wien eine Studie zur möglichen Umsetzung eines aufgabenorientierten Finanzausgleichs im Pilotprojekt Elementare Bildung erstellt. In der Studie wurden Modelle entwickelt, die zeigen wie die Finanzierung der Elementaren Bildung an Hand von Leistungskriterien aussehen kann. 18 Dabei sollen die Gemeinden Zuschüsse für jedes betreute Kind erhalten. Zusätzlich soll die Qualität dieses Platzes in der Elementarbildung mittels verschiedener Indikatoren Berücksichtigung finden. Folgende Leistungskriterien wurden dabei in fünf unterschiedlichen Modellen vorgeschlagen: Kindesalter (0-2 Jahre, 3-5 Jahre), Öffnungszeiten (Betreuungsstunden), Schließtage sowie die Anzahl an Kindern mit nicht-deutscher Erstsprache als Beispiel für soziale Indikatoren (Betreuungsintensivität). Anhand dieser Kriterien wird die Höhe der Gelder berechnet, welche die Gemeinden als Träger der Kindergärten erhalten. Um die Aufgabenorientierung der Elementaren Bildung in das System des Finanzausgleichs integrieren zu können, hat das KDZ drei Varianten erarbeitet, mit denen die entsprechenden Finanzströme aufgabenorientiert umgestaltet werden können. Die Studie des KDZ liefert konkrete Ansatzpunkte für die Umsetzung der Aufgabenorientierung im Bereich der Elementaren Bildung und kann dadurch zur weiteren Realisierung des Regierungsvorhabens beitragen. In der Verteilungswirkung der Transfers zwischen Ländern und Gemeinden zeigt sich eine zunehmende Mittelverschiebung zu Gunsten der Länder. Gemeinden übernehmen insbesondere im Sozialbereich zahlreiche Ko-Finanzierungen ohne Mitbestimmungsrechte und werden dadurch sowie 18 KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung (2016) : Aufgabenorientierter Finanzausgleich am Beispiel der Elementarbildung, http://wien.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/familie/Elementarbildung_gerecht_finanzieren.html