10 (2) Theoretischer Rahmen und methodische Grundlagen Wie dargelegt wurde, sollen in diesem Kapitel in groben Zügen zuerst der theoretische Rahmen und in der Folge die methodischen Grundlagen der Studie skizziert werden. (2.1) Theoretischer Rahmen Die vorliegende Studie lässt sich insofern als Policy-Analyse charakterisieren, als sie sich für die in einem spezifischen Politikfeld entwickelten Strategien verschiedener AkteurInnen interessiert, „um bestimmte Ziele zu erreichen bzw. Probleme zu lösen“ (Schneider/Janning 2006: 18). Da die Studie in diesem Zusammenhang davon ausgeht, dass solche Ziele bzw. Probleme nicht einfach gegeben sind, sondern im Rahmen eines sozial umkämpften und diskursiv vermittelten Prozesses erst in ihrer jeweils aktuellen Bedeutung hervorgebracht werden, kann sie – punktuellen Differenzen zum Trotz (vgl. etwa Brand 2013: 429f.; Griesser 2015: 112f.) – grob dem Feld der Interpretativen Policy- Analyse (IPA) zugeordnet werden (vgl. etwa Münch 2016: 3ff.). Im Folgenden sollen zentrale Aspekte skizziert werden, wie sie für den theoretischen Ansatz verbindlich und für die vorliegende Studie von Relevanz sind. Diese Relevanz ergibt sich dabei aus dem Beitrag, den der jeweilige Aspekt zur Beantwortung der forschungsleitenden Frage leisten kann, woran die Verankerung wohlstandsorientierter Politik bislang scheitert (bzw. wie sie – darauf aufbauend – zukünftig gelingen kann). Mit anderen Worten geht es also um die Frage, warum Ansätze einer sozial-ökologisch orientierten Wohlstandspolitik als Sachthemen in Österreich wenig wahrgenommen werden; präziser formuliert, warum sie es – als Lösungsvorschläge für das Problem einer einseitig verengten Wirtschaftspolitik – bislang kaum auf die politische Agenda schaffen, geschweige denn als Alternativen zum Gegenstand politischer Entscheidungen werden. Dabei gehen wir davon aus, dass die für die Gestaltung einer solchen Agenda bzw. für die Auswahl entsprechender Alternativen relevanten Faktoren – die Wahrnehmung des Problems (problem recognition), das Vorhandensein darauf bezogener Lösungsvorschläge (policy proposals), deren Unterstützung durch politische Kräfte (political processes) usw. – bereits vorhanden sind. Entscheidend ist deshalb die Verknüpfung dieser Faktoren bzw. Ströme, denn nur wenn dies gelingt – wenn also in Bezug auf eine bestimmte Problemwahrnehmung ein konsistenter Lösungsvorschlag formuliert und dieser von einer machtvollen Interessenkoalition unterstützt wird –, kann das Sachthema auf der