30 Beziehung von Beständen (z.B. Infrastruktur) und Stromgrößen (z.B. laufende Ausgaben) in Rechnung stellt; und (g) die Verankerung eines Monitoring-Prozesses zum Zweck der Überwachung des Erfolgs gewählter Strategien bzw. der Stärkung evidenzbasierter Entscheidungen mithilfe der erwähnten Better Life-Indikatoren der OECD. (3.3) Von der ESSC-Sponsorship Group zu Wie geht’s Österreich? Trotz der dargelegten Ambivalenzen starteten nach 2009 unterschiedliche EU-Gremien und -Behörden, darunter auch das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat), verschiedene Initiativen zur konkreten Umsetzung des mit GDP and Beyond verbundenen Fahrplans. Dazu zählte zuvorderst die vom European Statistical System Committee (ESSC), dem obersten Statistikgremium der EU, im Frühjahr 2010 eigesetzte Sponsorship Group on Measuring Progress, Well-being and Sustainable Development (vgl. Pesendorfer/Leitner 2010: 539f.).26 Deren Auftrag bestand darin, die mit GDP and Beyond sowie mit dem Stiglitz-Sen-Fitoussi-Report verbundenen Vorgaben und Empfehlungen in konkrete Arbeitsprogramme für das ESS zu überführen. Zu diesem Zweck formierten die TeilnehmerInnen der aus RepräsentantInnen der Mitgliedsstaaten sowie der OECD und der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) bestehenden Sponsorship Group drei inhaltliche Task Forces. Diese beschäftigten sich – analog zur Stiglitz-Sen- Fitoussi-Kommission – mit den Schwerpunkten Haushaltsperspektive und Verteilungsaspekte (in Bezug auf Materiellen Wohlstand), Lebensqualität sowie Umweltorientierte Nachhaltigkeit. Eine vierte Task Force trug die Hauptverantwortung für den Abschlussbericht und für Querschnittsmaterien (vgl. etwa Pesendorfer et al. 2012: 6; ESSC 2011: 6f.). Der als Sponsorship Report bekannt gewordene Bericht umfasst – neben Überlegungen zum weiteren Vorgehen und zu einer darauf bezogenen Kommunikationsstrategie – Empfehlungen für die drei genannten Bereiche (vgl. zum Folgenden ESSC 2011). Im Bereich des materiellen Wohlstands stehen vier Empfehlungen im Zentrum, nämlich die verstärkte Nutzung existierender Daten im Bereich von Haushaltseinkommen und - konsum; die Erhebung von Daten zur Verteilung von Einkommen, Konsum und Wohlstand; 26 Eine andere auf EU-Ebene verortete Initiative, auf die in diesem Zusammenhang immer wieder referiert wird (vgl. etwa Europäisches Parlament 2011: 2; Pesendorfer et al. 2012: 18), ist der sogenannte European Quality of Life Survey (EQLS) mit über 120 Indikatoren, der seit dem Jahr 2003 alle vier Jahre von Eurofound, der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, durchgeführt wird. Vgl. www.eurofound.europa.eu/surveys/european-quality-of-life-surveys (31.10.2016).