44 verankern, sei es schließlich wichtig, etwas „an[zu]bieten, […] das anschlussfähig ist an das Derzeitige“ (Schuster INTV). Und nicht zuletzt gehe es darum, grundlegende Fragen hinter der Indikatorendebatte immer wieder zum Gegenstand öffentlicher Debatten zu machen: „Was ist eigentlich qualitatives Wachstum? Dass man dem stärker nachgeht […] und dass man zum Beispiel auch fragt, was erhöht den Lebensstandard und was nicht?“ (Schweighofer INTV) (4.2) Wissenschaftliche (Fach-)Öffentlichkeit (4.2.1) Allgemeine Einschätzung Was die Frage der Verankerung alternativer Kennziffern, eines damit verbundenen Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses bzw. einer darauf basierenden Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik in der wissenschaftlichen (Fach-)Öffentlichkeit anbelangt, fällt die Einschätzung seitens der InterviewpartnerInnen weniger eindeutig aus, wobei zugleich auch weniger InterviewpartnerInnen Einschätzungen zu dieser Frage abgeben. Insgesamt dominiert dabei vor allem ,von außen‘ – das heißt aufseiten von Medien, Politik und Verwaltung46 – der Eindruck, dass die „Frage ,Alternativen zum BIP?‘ […] in der Fachwelt […] wichtiger“ (Krainer INTV) sei. Und auch ,von innen‘, also aufseiten der (angewandten) Wissenschaft, wird die Ansicht vertreten, dass die Problematisierung des BIP als alleinigem Indikator gesellschaftlichen Wohlstands und Fortschritts hier als Common Sense gelten könne (vgl. Schratzenstaller INTV). So meint etwa Karl Aiginger (INTV): „[W]enn Sie heute Studenten oder an der Universität fragen, ist das überhaupt keine Diskussion mehr, dass das BIP ersetzt werden soll durch Beyond GDP-Indikatoren.“ Weniger klar fällt die Einschätzung in Bezug auf die Frage nach der Bedeutung von Forschung und Lehre aus, die – darauf aufbauend – Ansätze in Richtung einer wohlstandsorientierten Politik entwickeln und vorantreiben. Insgesamt dominiert hier mit Blick auf die österreichischen Universitäten – von einzelnen Departments und Instituten abgesehen – eher ein skeptischer Eindruck (vgl. etwa Schratzenstaller INTV). Mit Blick auf außeruniversitäre Forschungsinstitute ist die Einschätzung im Allgemeinen positiver, wobei auch hier – etwa im Zusammenhang mit Verteilungsfragen – Schwachstellen ausgemacht 46 Weit skeptischer zeigt man sich diesbezüglich aufseiten von NGOs (vgl. Felber INTV; Pühringer INTV).