63 (5) Schlussfolgerungen und Fazit Wie die für die vorliegende Studie durchgeführten Interviews verdeutlichen, ist die Debatte um alternative Fortschritts- und Wohlstandsindikatoren für die verschiedenen Stakeholder- Gruppen von sehr unterschiedlicher Bedeutung. Wird besagte Debatte etwa aufseiten der interviewten WissenschafterInnen und VerwaltungsbeamtInnen stark rezipiert – was sich mitunter aus dem Umstand ihrer unmittelbaren beruflichen Konfrontation mit dem Gegenstand erklärt –, trifft dies beispielsweise aufseiten der VerbandsvertreterInnen und JournalistInnen nur teilweise und aufseiten der NGO-VertreterInnen und PolitikerInnen kaum zu. Besonders deutlich wird dies im Zusammenhang mit WGÖ?, wo sich nicht nur bei den letztgenannten Stakeholder-Gruppen durchwegs VertreterInnen fanden, denen das Projekt wenig bis gar nicht bekannt war (vgl. etwa Ortner INTV, Pühringer INTV, Strickner INTV, Misik INTV). Wenngleich dieses Ergebnis keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt, verdeutlicht es doch, wie wenig es selbst unter den für die Verankerung wohlstandsorientierter Politik unmittelbar relevanten AkteurInnen bislang gelungen ist, alternative Kennziffern als Einsatzpunkte für (progressive) Wirtschaftspolitik in prominenter Form auf die Agenda zu setzen. Dies deckt sich mit Erkenntnissen aus ähnlich gelagerten Forschungsprojekten im internationalen Kontext (vgl. etwa Whitby 2014: 17ff.). In diesem Kapitel sollen in einem ersten Schritt wesentliche Faktoren resümiert werden, die aus Perspektive der interviewten Stakeholder einer stärkeren Verankerung wohlstandsorientierter Politik im Wege stehen bzw. diese ermöglichen könnten. In einem zweiten Schritt wird es alsdann darum gehen, aus den Forschungsergebnissen mit Blick auf den einleitend dargelegten Theorierahmen zentrale Schlussfolgerungen abzuleiten. (5.1) Resümierende Zusammenfassung Wie dargelegt, resümieren wir im Folgenden jene Faktoren, die laut den Interviews wesentlich für die (mangelhafte) Verankerung alternativer Kennziffern, eines damit verbundenen Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses bzw. einer darauf basierenden Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik in Österreich verantwortlich zeichnen. Mit Blick auf die drei hier fokussierten (medialen, wissenschaftlichen bzw. politischen) Öffentlichkeiten werden besagte Faktoren dabei jeweils thesenförmig zu drei zentralen Problemformulierungen bzw. Lösungsvorschlägen verdichtet (siehe auch Tabelle II).