41. ABSTRAcT In einer – als Online-Erhebung durchgeführten – Befragung von Betriebsräten zu betrieblichen Umstruktu- rierungen (mit 350 ausgewerteten Interviews) wurden vier Themenblöcke detailliert untersucht: Verbreitung von unterschiedlichen Varianten der Umstrukturierung; Zielsetzungen und Auswirkungen von gravierenden Umstrukturierungen; Information und Mitbestimmung bei gravierenden Umstrukturierungen; resümierende Einschätzungen zu betrieblichen Veränderungsprozessen in den letzten Jahren. Im Anschluss geben wir die empirisch ermittelten Hauptergebnisse dieser Befragung komprimiert wieder. Verbreitung von unterschiedlichen Varianten der Umstrukturierung • Insgesamt sind betriebliche Umstrukturierungen weit verbreitet. Mit 85% am häufigsten nennen die Be- triebsräte interne Reorganisationsmaßnahmen wie z.B. neue Abteilungsstrukturen. Ebenfalls weit ver- breitet ist Outsourcing von leistungen innerhalb Österreichs, mit 65% bei der Fremdvergabe von Hilfs- tätigkeiten oder 35% beim Outsourcing von Teilen der Produktion. Bei jeweils einem Viertel der Betriebe wurden Angestellten-Tätigkeiten bzw. Teile der Produktion innerhalb des Konzerns / Unternehmens ins Ausland verlagert. • Ein Viertel aller Betriebe hat in den letzten zehn Jahren ausgelagerte Tätigkeiten wieder zurückgeholt. Die erwähnten Beispiele reichen von Buchhaltung oder IT-Dienstleistungen über die Wiedereingliederung von Fuhrpark, Reinigung oder Werksküche bis hin zum „Insourcing“ von Teilen der Produktion. • Im Zeitvergleich zeigt sich, dass viele Varianten der Umstrukturierung in den letzten zehn Jahren konstant weit verbreitet sind, das gilt auch für (kleiner dimensionierte) Auslandsverlagerungen. Während innerbe- triebliche Reorganisationsmaßnahmen in vielen Betrieben inzwischen als Dauerphänomen gelten können, haben demgegenüber größere Fusionen, Zukäufe oder Verkäufe abgenommen. • nach unterschiedlichen Unternehmensmerkmalen betrachtet, steigt das generelle „Umstrukturierungs- geschehen“ mit der Betriebsgröße. Bei einzelnen Umstrukturierungsformen finden sich markante Unter- schiede, z.B. ist Auslandsverlagerung in produzierenden Betrieben (Exportwirtschaft) mit 55% nennun- gen deutlich verbreiteter als in Dienstleistungssektoren. Es wird alles internationaler, schneller, unüberschaubarer. • Fragt man die Betriebsräte nach der „gravierendsten“ Umstrukturierung in den letzten zehn Jahren, so werden – aufgrund der Verbreitung – interne Maßnahmen mit 27% aller nennungen am häufigsten erwähnt, gefolgt von der Verlagerung von Tätigkeiten in andere Gesellschaften innerhalb des Unternehmens bzw. Konzerns. • Eine knappe Mehrheit der Betriebsräte erwartet in den nächsten drei Jahren keine (weiteren) größeren Umstrukturierungen; in Dienstleistungsbranchen sind Zukunftssorgen in Bezug auf kostengetriebene Re- organisationen verbreiteter als in der Produktion. Zielsetzungen und Auswirkungen von gravierenden Umstrukturierungen • Im Vordergrund von gravierenden Umstrukturierungen stehen aus Sicht der Betriebsräte kostengetriebe- ne Zielsetzungen: Kosteneinsparungen (92%) und Personaleinsparungen (82%). Ähnlich bedeutsam ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit (82%). ”