Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes wächst die Beschäftigung in Österreich dynamisch, im Jahres- durchschnitt 2016 um 52.000 und in den beiden darauffolgenden Jahren um 42.000 bzw. 36.000 Personen. Anders als in der Vergangenheit werden nunmehr auch vermehrt Vollzeitstellen geschaffen. Gleichzeitig steigt durch das noch kräftigere Anwachsen des Arbeitskräfteangebotes die Arbeitslosigkeit weiter. Ausschlaggebend hierfür sind nicht nur demographische Gründe, sondern auch der beschränkte Zugang zur Frühpension, die steigende Erwerbsbeteiligung (v.a. von Frauen) sowie insbesondere die Zunahme von Arbeitskräften aus dem Ausland. In den kommenden Jahren ist mit einer weiteren Angebotsausweitung durch die verstärkte Arbeits- marktpräsenz von Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten zu rechnen. Das Niveau der Zahl der Arbeitssuchenden (inkl. rund 67.000 Arbeitslose in Schulungsmaßnahmen) lag 2016 mit rund 425.000 um rund 157.000 höher als vor der Finanzkrise. Das WIFO erwartet bis 2018 eine Erhöhung (inkl. dann durch die Flüchtlinge über 76.000 SchulungsteilnehmerInnen) auf durchschnittlich 462.000. Damit würde die Arbeitslosenquote auf 9,5 % der unselbständigen Erwerbspersonen laut traditioneller österreichi- scher Berechnung bzw. auf 6,2 % der Erwerbspersonen laut Eurostat wachsen. Nach der Steuerentlastung 2016 wirken die öffentlichen Haushalte auf der Einnahmenseite auch 2017 expan- siv. Die öffentlichen Ausgaben sind 2017 dagegen restriktiv ausgerichtet, der Zuwachs des öffentlichen Kon- sums verlangsamt sich. Insgesamt ist das Budget damit konjunkturneutral. 2018 wird ohne weitere Maßnah- men die restriktive Wirkung der kalten Progression durchschlagen. Das Defizit der öffentlichen Haushalte stieg 2016 auf 1,6 % des BIP an, für 2017 und 2018 wird ein Rückgang auf 1,5 bzw. 1,1 % erwartet, wobei die Progno- seannahmen insbesondere für 2018 wegen der bevorstehenden Nationalratswahlen besonderen Unsicherhei- ten unterliegen. Die Prognoseunsicherheiten für 2017 und 2018 sind allgemein sehr hoch. Dazu zählen etwa die schwache Kapi- talausstattung vieler europäischer Banken sowie die mangelnde Abstimmung zwischen Geld- und Fiskalpolitik, die zu schwacher Nachfrage bei niedriger Inflation und niedrigen Zinsen führt, was Ertragslage und Eigenkapi- talausstattung der Banken schwächt. Die beschränkte Handlungsfähigkeit der EU könnte Partikularinteressen stärken und somit in den Brexit- Verhandlungen zu größeren realwirtschaftlichen Beeinträchtigungen führen als derzeit angenommen wird. Auch weitere Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind möglich. Positive Einflüsse könnten sich dagegen ergeben, wenn der Rohölpreisanstieg nur vorübergehend ist, wenn die Investitionen stärker anziehen als erwartet oder wenn die Fiskalpolitik aus politökonomischen Motiven vor der Nationalratswahl stärker expansiv ausfällt. Bruttoinlandsprodukt (BIP): Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen), die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft hergestellt wurden. Private Konsumausgaben: Wert der Waren und Dienstleistungen, die inländische Privathaushalte für den Ver- brauch kaufen (zB Möbeln, Kosmetika, Kraftfahrzeuge). Verbraucherpreisindex (VPI): Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung (Inflation) in Österreich. Die Grundlage bildet ein Warenkorb, der Waren und Dienstleistungen beinhaltet, die ein durchschnittliches Ver- braucherverhalten repräsentieren. Sparquote: Anteil am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte, der gespart wird. Realeinkommen: wird um die Preisentwicklung bereinigt und ist ein Indikator für die tatsächliche Kaufkraft des Einkommens. Verfügbares Einkommen privater Haushalte: Summe der regelmäßigen Einkommen aller Mitglieder eines Haushaltes nach Abzug aller direkten Abgaben (zB Lohnsteuer) und Hinzurechnung aller Geldleistungen, die durch den Staat an den Haushalt gehen (zB Arbeitslosengeld). Lohnstückkosten: Hier werden die Arbeitnehmerentgelte dem Bruttoinlandsprodukt gegenübergestellt. Branchenreport. Holzwirtschaft 2017 ? 40