Mitbestimmung im Unternehmen – die Sicht des Betriebsrates 28 4. MITBESTIMMUNG IM UNTERNEHMEN – DIE SICHT DES BETRIEBSRATES Ein umfangreicher Teil der Befragung der BetriebsrätInnen widmet sich der Situation von BetriebsrätInnen in ihrem Unternehmen und ihrer Arbeitsweise. Dabei geht es in einem ersten Schritt um die Ressourcen, die diesen für ihre Arbeit zur Verfügung stehen11. Gute Betriebsratsarbeit braucht Zeit, aber auch die Möglichkeit sich weiterzubilden und im Bedarfsfall individuell beraten zu lassen. Die spezifisch österreichische Situation, dass BetriebsrätInnen in ihrer Gewerkschaft Rückhalt und Unterstützung erfahren können (vgl. Guger 2001, S.90ff), wurde in dieser international einheitlichen Befragung nicht erfasst. Neben den Fragen zu den Ressourcen wurde auch erhoben, welche Möglichkeiten der Betriebsrat nutzt, um mit den MitarbeiterInnen in Kontakt zu treten. In einem dritten Teil wurden die BetriebsrätInnen abschließend gefragt, wie ihrer Ansicht nach die MitarbeiterInnen und das Management ihre Arbeit einschätzen und ob die Arbeit als BetriebsrätIn für sie persönlich negative Folgen hat. Zusammenfassung der Ergebnisse Ressourcen der BetriebsrätInnen ? Für die Untersuchung wurden überwiegend BetriebsrätInnen befragt, die ihre ge- samte Arbeitszeit ihrer Betriebsratstätigkeit widmen können. ? 55 Prozent der BetriebsrätInnen haben in den letzten 12 Monaten vor der Befra- gung an einer Schulung teilgenommen. ? In größeren Unternehmen ist dieser Anteil mit 63 Prozent deutlich höher als in kleinen Betrieben mit 32 Prozent. ? Die Möglichkeit, bei Bedarf externe Beratung zu finanzieren, haben 73 Prozent der BetriebsrätInnen. Auch hier ist die Situation in größeren Betrieben etwas bes- ser als in kleineren Unternehmen. Kommunikation mit KollegInnen ? Alle BetriebsrätInnen nutzen Newsletter, Anschlagtafeln, E-Mails oder eine Website, um mit der Belegschaft in Kontakt zu treten. ? Ebenfalls nahezu alle BetriebsrätInnen (98 Prozent) berufen Betriebsversammlun- gen während der Arbeitszeit ein. ? Ein wesentlich geringerer Anteil (37 Prozent) tritt auch außerhalb der Arbeitszeit mit KollegInnen in Kontakt. 11 Hier wäre es, als kleine Nebenbemerkung, interessant gewesen auch zu fragen, ob und wenn ja welche Ressourcen BetriebsrätInnen brauchen würden. Fragen in diese Richtung wurden allerdings nicht gestellt.