In unserer aktuellen Ausgabe gehen wir der Frage nach, was die Rekommu- nalisierung öffentlicher Dienstleistungen für die ArbeitnehmerInnen be- deutet. Rekommunalisierung bezeichnet die Rückführung von privatisier- ten Dienstleistungen der Daseinsvorsorge in die öffentliche Hand. Der Grund dafür: Erwartungen an die Leistungserbringung seitens der Privaten wurden oftmals nicht eingelöst. Im Gegenteil: Sie führten in vielen Bereichen zu erhöhten Preisen für BürgerInnen, geringen Investitionen in die Infrastruk- tur, massivem Abbau von Arbeitsplätzen sowie Kontrollverlusten für Städte und Gemeinden. Im Zuge eines weltweiten Forschungsprojekts des Transnational Institutes (TNI) wurden 835 Beispiele für die Rekommunalisierung in 1.600 Städten in 45 Ländern gesammelt. Es zeigt sich ein klares Bild: Dieser generelle Trend vollzieht sich in kleinen Ortschaften ebenso wie in Hauptstädten über- all auf der Welt. Laurentius Terzic hat sich als Forschungsassistent der AK Wien angeschaut, was Rekommunalisierung für die ArbeitnehmerInnen in Deutschland und Österreich bedeutet. In einem Großteil der dokumentierten Fälle führte die Rekommunalisierung zu spürbaren Verbesserungen für die Beschäftig- ten. Besonders häufig sind Verbesserungen in jenen Branchen, wo Arbeit- nehmerInnen mit niedrigen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen und befristeten Verträgen zu kämpfen haben. Die Redaktion 2 2 3 5 7