Paararbeitszeiten 6 Im dritten Berichtsteil wird schließlich die gewünschte Arbeitszeit von Menschen in Paarhaushalten mit und ohne Kindern unter 15 Jahren in den Blick genommen und mit der Normalarbeitszeit verglichen. Dort soll aufgezeigt werden, welche Personengruppen entsprechend ihrer gewünschten Arbeitszeit arbeiten können und wer sich mehr oder weniger Arbeitsstunden wünscht. Forschungsleitend für die Analyse in diesem Teil sind folgende Fragen: • Wünschen sich Väter niedrigere Arbeitszeiten als Männer ohne Kinder im Haushalt? Wünschen sich erwerbstätige Frauen mit oder ohne Kinder höhere Arbeitszeiten? • Gibt es Branchen, in denen Wunsch und tatsächlich geleistete Arbeitszeit von Vätern weiter auseinanderliegen als in anderen Branchen? Gibt es Branchen, in denen sich besonders viele Mütter höhere Arbeitszeiten wünschen? • Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Stundenausmaß des Partners und dem Arbeitszeitwunsch von Müttern? • Gibt es ein besonders häufig gewünschtes gemeinsames Stundenausmaß von Paaren? Am Ende des Berichts werden die wichtigsten Ergebnisse zu einem Fazit zusammen- gefasst. Dort wird abschließend auch diskutiert, ob die Ergebnisse der Analysen mögliche Effekte politischer Maßnahmen, wie der Einführung der Elternteilzeit 2004, des Gratis- Kindergartens in Wien 2009, des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes 2010, des kontinuierlichen Ausbaus des Kinderbetreuungsangebotes oder des Papamonats im öffentlichen Dienst 2011, erkennen lassen. 3. DATENBASIS UND DEFINITIONEN Als Datenbasis für die Untersuchung werden Jahresdatensätze der Mikrozensus- Arbeitskräfteerhebung der Jahre 2005, 2010 und 2015 herangezogen. Der Mikrozensus ist eine repräsentative Befragung der gesamten österreichischen Bevölkerung. Die Stichprobe wird aus dem Zentralen Melderegister gezogen, wobei die gesetzliche Auskunftspflicht sehr hohe Ausschöpfungsraten zur Folge hat (Kytir/Stadler 2004). Die Basis für die Stichprobe stellen Haushalte dar, wobei ein Haushalt mehrere Familien umfassen kann. Hier wurde pro Haushalt nur eine Familie ausgewählt. Ev. noch zusätzlich im Haushalt lebende weitere Familien wurden aus der Stichprobe ausgeschlossen.4 Die Mikrozensuserhebung wird in ihrer derzeitigen Form seit 2004 durchgeführt und bietet somit die Möglichkeit, Veränderungen über die Zeit hinweg zu beobachten. Ähnliche Erhebungen mit vergleichbaren Fragen werden in allen europäischen Ländern und darüber hinaus durchgeführt. Die meisten Fragen des Mikrozensus beziehen sich bei allen Haushalten auf eine bestimmte, vorher festgelegte Referenzwoche. Diese Referenzwochen sind über das gesamte Jahr verteilt. Für die Analyse von Arbeitszeitinformationen hat dies große 4 Hierbei handelt es sich häufig um die Großeltern.