Paararbeitszeiten 13 Ebenfalls zurückgegangen ist das Muster „Beide Vollzeit“, der Rückgang von 2005 bis 2015 betrug 3 Prozentpunkte, nämlich von 18% im Jahr 2005 auf 14% im Jahr 2015. Das Modell „Beide Teilzeit“ zeigt einen leichten Anstieg und wurde im Jahr 2005 von nur 1%, im Jahr 2015 aber von 3% der Eltern gewählt. Andere Kombinationen wie „Frau Vollzeit, Mann nicht erwerbstätig“, „Frau Teilzeit, Mann nicht erwerbstätig“, „Beide Partner nicht erwerbstätig“ sind bei Eltern mit Kindern unter 15 Jahren von sehr geringer Bedeutung. Im Vergleich dazu bleibt in der Gruppe der Paare, deren Kinder bereits 15 Jahre oder älter sind oder die ohne Kinder leben, der Anteil mit dem Muster „Beide Vollzeit“ im Zeitverlauf annähernd gleich, er liegt 32% und 34%. Einen gewissen Abtausch gibt es hier ebenfalls zwischen dem Modell „Mann Vollzeit, Frau Teilzeit“, das an Bedeutung gewinnt und dem Modell „Mann Vollzeit, Frau nicht erwerbstätig“, das abnimmt. Hier dürften Muster, die in der Phase des intensiven Betreuungsbedarfs der Kinder gelebt wurden, später beibehalten worden sein. Deutlich abgenommen hat aber auch die Kombination „Beide nicht erwerbstätig“.8 Wie haben sich nun die tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten innerhalb dieser Modelle verändert? In Tabelle 3 werden all jene Muster dargestellt, die im Jahr 2005 von mehr als 1% der Erwerbstätigen der jeweiligen Gruppe gewählt wurden. Insgesamt folgen die Arbeitszeiten von Paaren meist dem Trend in Richtung einer niedrigeren tatsächlich geleisteten Arbeitszeit. Dieser Rückgang ist sowohl bei Paaren als auch Einzelpersonen mit und ohne Kinder unter 15 Jahren im Haushalt zu sehen. Eine sehr wichtige Ausnahme stellen jedoch Frauen in Teilzeit in verschiedenen Konstellationen dar. Sowohl wenn der Mann in Vollzeit als auch wenn dieser nicht erwerbstätig ist, bleiben die Arbeitsstunden von teilzeitbeschäftigten Frauen auf annähernd gleichem Niveau (Mann Vollzeit) oder steigen sogar etwas an (Mann nicht erwerbstätig).9 8 Diese Entwicklung könnte durch im Jahr 2015 häufiger erwerbstätige Studierende und durch einen späteren Pensionsantritt begründet sein. 9 Der Anstieg bei der Gruppe der Frauen ohne Kinder und mit nicht-erwerbstätigem Mann kann verschiedene Gründe haben. Hier kann es sich um Studentinnen mit nicht-erwerbstätigem Partner oder auch um Frauen, deren Partner bereits pensioniert ist, handeln. Um die Entwicklung der Arbeitszeit zu interpretieren, müsste diese Gruppe noch näher untersucht werden.