Paararbeitszeiten 17 Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Entwicklung der Arbeitszeit von Eltern kleinerer Kinder scheint – so zeigt die Darstellung – im untersuchten Zeitraum gegenläufig zu sein. Mütter von zweijährigen und älteren Kindern sind im Vergleich von 2005 im Jahr 2015 sehr viel häufiger – auf Teilzeitbasis – erwerbstätig. Im Gegenzug ist der Typus des Vaters, der alleine schon aufgrund einer starken Überstundenlast in der Familie kaum präsent ist, im Rückgang begriffen. Dass zumindest ein Teil der Männer damit auch etwas mehr Aufgaben bei Hausarbeit und Kinderbetreuung übernimmt, kann vermutet werden. Partner teilzeiterwerbstätiger Frauen werden möglicherweise mehr zum Haushalt beitragen müssen als Partner von Frauen, die dem Arbeitsmarkt längere Zeit fern bleiben. 5.3. Aufteilung der Arbeitszeit innerhalb von Paaren In den vorhergehenden Abschnitten wurden die Arbeitszeiten der Elternteile eines Paares getrennt betrachtet, nun soll der Blick auf die Entwicklung der Paararbeitszeiten und dabei insbesondere auf die Aufteilung dieser innerhalb von Paaren gerichtet werden. Um die Verteilung der Gesamt-Paararbeitszeit auf die beiden PartnerInnen zu ermitteln, wurde der Anteil der Gesamt-Paararbeitszeit, der von Frauen geleistet wird, berechnet und in Prozenten ausgedrückt. Für die Berechnung wird die Normalarbeitszeit verwendet.10 Erfasst sind hier nur Paare, bei denen beide PartnerInnen erwerbstätig sind. Der so ermittelte Wert wird in Kategorien eingeteilt, um dann den Anteil jener Paare darzustellen, der in diese Kategorien fällt. Damit kann die Frage beantwortet werden, ob Frauen nur einen geringen Anteil an der gemeinsamen Erwerbsarbeitszeit über haben oder ob dieser gleich ist, d.h. 50% beträgt. In den nachfolgenden Abbildungen, beginnend mit Abbildung 4, findet sich also zum einen der Arbeitszeitanteil der Frauen, d.h. der Anteil der Arbeitszeit von Frauen an der Gesamt-Paararbeitszeit. Zum anderen ist die relative Häufigkeit der einzelnen Kategorien abgebildet, d.h., wie viele Frauen jeweils auf eine Gruppe entfallen. In Abbildung 4 wird die Aufteilung der Gesamt-Arbeitszeit von Paaren mit und ohne Kinder unter 15 Jahren verglichen. Hier ist zu sehen, dass im Jahr 2005 Paare ohne Kinder im Pflichtschulalter zu 48% ihre Arbeitszeit annähernd gleich aufteilen, da dort Frauen 41% bis 50% der gemeinsamen Arbeitszeit beitragen. In 12% dieser Haushalte liegt der Anteil von Frauen bei 51% bis 60%, d.h. Frauen arbeiten mehr Stunden als Männer. Bei Paaren mit Kindern entfällt die größte Gruppe mit 34% auf einen Anteil der Frauen von 31% bis 40%, in 28% dieser Haushalte ist die Aufteilung mit einem Anteil der Frauen von 41% bis 50% annähernd gleich oder gleich. 10 Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit unterliegt saisonalen Schwankungen und ein Urlaub eines/einer PartnerIn in der Berichtswoche würde zu „0“ registrierten Stunden und damit zu falscher Berechnung führen.