Paararbeitszeiten 47 Wünsche Die Arbeitszeitwünsche von Menschen in einer Partnerschaft mit und ohne Kinder unter 15 Jahren werden sehr stark vom derzeitigen Stundenausmaß beeinflusst. Menschen, die teilzeitbeschäftigt sind, wünschen sich ein höheres Stundenausmaß. Dies trifft am stärksten auf Männer mit Kindern unter 15 Jahren zu. Aber auch Frauen in Teilzeit wünschen sich – mit und ohne Kinder – eine um ca. 2 Stunden pro Woche höhere Arbeitszeit. Im Gegensatz dazu wünschen sich alle Vollzeitbeschäftigten im Durchschnitt eine um zwei bis drei Stunden niedrigere Arbeitszeit. Besonders häufig wird der Wunsch nach niedrigerer Arbeitszeit von Beschäftigten mit sehr hohen Arbeitsstunden (46 und mehr Stunden pro Woche) geäußert. In dieser Gruppe möchte mehr als die Hälfte der Personen die Arbeitszeit reduzieren. Bei diesem Wunsch gibt es kaum Unterschiede zwischen Frauen und Männern und Personen mit oder ohne Kinder im Haushalt. Nach Branchen betrachtet wünschen sich Frauen in Teilzeit vor allem im Bereich „Kunst und Unterhaltung“, aber auch in der Branche „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ und in der „Beherbergung und Gastronomie“ höhere Arbeitszeiten. Weniger Arbeitsstunden wünschen sich vollzeiterwerbstätige Männer mit Kindern vor allem in den „Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“, der „Information und Kommunikation“ und der „Beherbergung und Gastronomie“. Diese Branchen sind durchwegs von hohen Arbeitszeiten gekennzeichnet. Ein möglicher Zusammenhang zwischen den Arbeitszeitwünschen von Frauen und dem Arbeitszeitausmaß des Partners konnte bei der Betrachtung im Aggregat nicht festgestellt werden. Die Wirkung von politischen Maßnahmen: einkommensabhängiges Kinder- betreuungsgeld, der kontinuierliche Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes, der Gratiskindergarten in Wien, die Elternteilzeit und der Papamonat im öffentlichen Dienst Direkte Wirkungen dieser Maßnahmen lassen sich anhand der statistischen Befragungs- daten nicht feststellen, da im Rahmen der MZ-Arbeitskräfteerhebung nicht nach der Inanspruchnahme oder der Bedeutung dieser Maßnahmen für die Paare gefragt wurde. Zugleich kann – wie im Bericht schon mehrmals erwähnt – beobachtet werden, dass Frauen im Jahr 2015 nach der Geburt von Kindern im Schnitt um ein bis zwei Jahre früher wieder auf den Arbeitsmarkt kommen und ihre Teilzeit-Arbeitszeit häufig erhöhen möchten. Die deutliche Verbesserung des Kinderbetreuungsangebotes und die beobachteten Verschiebungen in den Erwerbsmustern von Frauen mit kleinen Kindern fallen in einer Weise zusammen, die auf eine Wirkung dieser Maßnahmen schließen lässt. Mütter, die meist in Teilzeit arbeiten, wünschen sich mehr Stunden. Ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuungsangebote kann in Zukunft helfen, diese Wünsche auch zu realisieren. Begleitende Maßnahmen, wie mehr Möglichkeiten zur Aufstockung der