Nr. 3 – Mai 2002 Umstrukturierungsvorhaben gehören mittlerweile zur Rou- tinetätigkeit von Betriebsrä- ten. Ausgliederungen, Fusio- nen, Veränderungsprozesse innerhalb des Betriebes etc stellen die Arbeitnehmerver- treterInnen immer wieder vor großen Herausforderungen. Harald Resch hat eine Check- liste zusammengestellt, die betroffene Betriebsräte bei der Strategiefindung unter- stützen soll. Manuela Blum setzt sich in ihrem Artikel mit dem Thema Internet und E-Mail auseinan- der. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Frage, ob die Privatnutzung dieser „neuen“ Kommunikationsmit- tel eingeschränkt werden darf. Blum geht in ihrem Arti- kel aber auch auf die Kontroll- befugnisse des Arbeitgebers ein. Abschließend widmen wir uns noch dem Thema „Lohnne- benkosten“. Wir bringen einen europäischen Vergleich der Lohnneben- und der Lohn- stückkosten und möchten da- mit einen Beitrag aus Arbeit- nehmersicht in der zur Zeit seitens der Wirtschaft stark thematisierten Debatte leis- ten. IFAM-Redaktionsteam Ines Hofmann Heinz Leitsmüller Ruth Naderer Liebe Kollegin, lieber Kollege! Umstrukturierungen – was tun? Harald Resch (AK OÖ) Betriebs- rätInnen er leben Tag für Tag Um- struktu- rierungs- v o r h a - ben wie die Ein- führung von Gruppenarbeit und Projekt- teams, Reorganisationsvorhaben im Sinne von Reengineering-Pro- jekte, die Einführung von kontinu- ierlichen Verbesserungssystemen, Qualitätszertifizierungen im eu- ropäischen Rahmen, Ausgliederun- gen und Fusionen, den Aufbau kleinbetrieblicher Strukturen durch Geschäftsfelder und Profitcenter im Unternehmen, die Einführung va- riabler Entgeltsysteme und flexibler Arbeitszeitmodelle. Eines ist in all diesen Verände- rungsvorhaben ähnlich, durch in- tern oder extern organisierte (zB mit Unterstützung durch Unter- nehmensberater) projektähnliche Bearbeitungsformen werden so- wohl Beschäftigte als auch Be- triebsrätInnen verstärkt in diese Veränderungsvorhaben eingebun- den. Im Rahmen von IFAM-Seminaren und Betriebsrats-Seminaren der Ar- beiterkammer OÖ haben betroffene BetriebsrätInnen Checklisten erar- beitet, die es BetriebsrätInnen er- möglichen soll, entsprechende Po- sitionen und Umgehensweise mit Veränderungsvorhaben in ihren Be- trieb zu erarbeiten. Diese Checklisten beanspruchen nicht, vollständig zu sein. Sie sollen Orientierung und notwendige Ent- scheidungen ermöglichen. Für die Weiterentwicklung die- ser Werkzeuge ersuchen wir um Rückmeldungen unter: resch.h@ak-ooe.at Checkliste zum Umstrukturierungsvorhaben des Unternehmens - das Konzept des Unternehmens liegt dem Betriebsrat vor; - Ziel, Zweck, Umfang der Maß- nahmen sind transparent, die Maßnahmen überprüft; - die Initiatoren, Ansprechpartner, Akteure sind bekannt; - eine Einschätzung der wirt- schaftlichen Situation (Bilanz- analyse, Branchenstanding) ist erfolgt; - die Stimmigkeit des Konzeptes (Ziele, Maßnahmen,...) und des- sen Machbarkeit sind überprüft;