IFAM SOZIALE VERANTWORTUNG VON UNTERNEHMEN – LEERE HÜLSE ODER NEUE HERAUSFORDERUNG FÜR DEN BETRIEBSRAT? VON HEINZ LEITSMÜLLER, AK WIEN IN FO INSTITUT FÜR AUFSICHTSRAT-MITBESTIMMUNG · NR. 2 – JUNI 2003 · www.akwien.at/IFAM Die Diskussionen um die gesellschaftliche Verant- wortung von Unternehmen hat in den letzten Jah- ren an Schwung gewonnen. Vor allem die Wirt- schaft zeigt vermehrt Interesse an diesem Thema, welches die Gewerkschaften bereits jahrezehnte- lang gebetsmühlenartig einfordert. So hat etwa erst vor kurzem die OMV AG bekanntgegeben, sich freiwillig einem „Sozialkodex“ zu unterwerfen. Unternehmen, die sich um ihre Mitarbeiter küm- mern und für ihr gesellschaftliches Umfeld Sor- ge tragen, scheinen sich von ihrem Engagement nicht zuletzt auch wirtschaftliche Vorteile zu erhof- fen. Soziale Verantwortung rückt aber auch in der laufen- den gesellschaftspolitischen Debatte immer mehr in das Rampenlicht. Themen wie Kinderarbeit, un- menschliche Arbeitsbedingungen in Entwicklungslän- der oder Finanzskandale ? la Enron werden von den Medien (mit tatkräftiger Unterstützung von NGOs) rei- ßerisch diskutiert, Themen wie Chancengleichheit für Frauen oder eine ausgeglichene Balance zwischen Beruf, Familie und Freizeit treffen auf zunehmendes Verständnis. Auf politischer Ebene wurden bislang insbesondere die der EU sowie die Vereinten Nationen initiativ. Die Europäische Kommission legte im Sommer 2001 ein Grünbuch mit dem Titel „Europäische Rahmenbedin- gungen für die soziale Verantwortung von Unterneh- men“ vor. Beabsichtigt war damit, die Debatte über CSR (Corporate Social Responsibility) in Gang zu set- zen. Für die Gewerkschaften stand die soziale Verantwor- tung von Unternehmen immer schon im Mittelpunkt ihrer Forderungen. Das nun wachsende Interesse – insbesondere von den Unternehmen selbst – kommt ihnen daher sehr gelegen. Etliche Gewerkschaften sind auf diesen Zug aufgesprungen und haben er- kannt, dass die verschiedenen Initiativen viele Chan- cen für die Beschäftigten sowie die Mitbestimmung bringen können. Da werden etwa Listen von der HGPD entworfen, welche Tourismusbetriebe aus Sicht der Gewerkschaft empfehlenswert erscheinen. Andere Gewerkschaften wieder versuchen Unternehmen bzw. ganze Branchen durch freiwillige Verpflichtung zur weltweiten Einhaltung von Kernarbeitsnormen zu be- wegen. Nicht zuletzt spielt dieses Thema auch bei der Aus- wahl von Mitarbeitervorsorgekassen ein bedeutendes Thema. Einige Kassen locken die Anleger damit, dass