das veranlagte Kapital bei ihnen nach ethischen Krite- rien investiert wird. CSR ALS POTEMKINSCHES DORF Soziale Verantwortung wird also wieder zum Thema. Dieser auf den ersten Blick sehr erfreuliche Umstand darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter diesem Engagement oft nur potemkinsche Dörfer zu finden sind. Viele Unternehmen versuchen mit Hilfe von CSR vor allem Vertrauen von Anlegern, Kunden und Gläubigern wiederzugewinnen, das durch allzu einseitige Ausrichtung auf die Steigerung des Share- holder Values in den letzten Jahren und dem nachfol- genden Börsencrash abrupt verloren gegangen ist. Maßnahmen, die ohnedies geltendes Recht (z.B. keine Kinderarbeit) sind, werden als besonderes „soziales Engagement“ verkauft, Nachhaltigkeitsberichte mit Erfolgsmeldungen über die Einhaltung von Umwelt- schutzauflagen werden als besonderes „ökologisches Bewußtsein“ dargestellt. Besonders problematisch ist dabei, dass es in den meisten Fällen kein geeignetes Monitoring hinsichtlich der Einhaltung der gesetzten Maßnahmen gibt und auch Sanktionsmöglichkeiten sind nur in sehr einge- schränktem Umfang möglich. Berichtet wird in vielen Fällen das, was sich gut verkaufen lässt und nicht ob- jektive Fakten über die tatsächlichen Gegebenheiten und Umstände. Generell beruhen diese Initiativen auf Freiwilligkeit, und so besteht doch die Gefahr, dass immer mehr Kompetenzen auf den „Soft-Law-Be- reich“ verlagert wird. Nicht Gebietskörperschaften wie der Staat oder Länder sind dann für die Ausarbeitung und Einhaltung der Regeln zuständig, sondern immer mehr die agierenden Partner (z.B. Arbeitgeber, Arbeit- nehmerInnen) selbst. Das Recht wird verbetrieblicht. Für die Weiterentwicklung des Rechts könnte dies ein wesentliches Hinderniss sein. NÜTZEN WIR DIE INITIATIVEN... Es liegt an den Gewerkschaften und Arbeitnehmerver- treterInnen selbst, den für sie doch sehr günstigen Wind zu nützen, die Segel zu setzen und ein entschei- dendes Stück weiterzukommen. Drehen wir doch den Spieß um und nehmen wir die Unternehmen beim Foto: www.csreurope.org Wort! Tragen wir als ArbeitnehmervertreterInnen aktiv dazu bei, dass aus vielfach leeren Worthülsen tatsäch- lich wirksame Maßnahmen im Sinne von höherer sozi- aler Verantwortung werden! Im Konkreten bedeutet dies für Gewerkschaften und Betriebsräte:  Impulse zu geben, dass freiwillige Verhaltensko- dizes eine echte Weiterentwicklung vom bestehen- den Recht sind und über gesetzliche Mindeststan- dards hinausreichen – die Einhaltung vom Verbot der Kinderarbeit ist wohl für einen österreichischen Sozi- alkodex zu wenig!  Darauf zu achten, dass bei der Erstellung sowie dem Monitoring Stakeholder (ArbeitnehmerInnen, Kunden etc.) selbst mitwirken können.  Impulse zu geben, dass die Kriterien der Sozialen Verantwortung transparent und nachvollziehbar sind.  Darauf zu achten, dass die Berichterstattung etwa in Form von Nachhaltigkeitsberichten objektiv erfolgt und dass internationale Standards (etwa von GRI General Reporting Initiative) beachtet werden.  Darauf zu achten, dass mit CSR-Initiativen gewerk- schaftliche Grundsätze nicht ausgehöhlt bzw. unter- spült werden (z.B. Kollektivverträge, Wahl von Be- triebsräten etc.).  Darauf zu achten, dass CSR-Maßnahmen Anlass und Impuls zur Weiterentwicklung des Sozialrechtes sind, mit dem Ziel, diese auch auf gesetzlicher Ebene zu verankern.  IFAM Weitere Informationen zum Thema CSR u.a.: www.akwien.at (Stichwort „Nachhaltigkeit“, Soziale Verantwortung) www.csreurope.org www.csrforum.com europa.eu.int www.nachhaltigkeit.at QUARTALSBERICHTE – KURZFRISTIGE ODER KURZSICHTIGE INFORMATION? VON ROBERT SAMSINGER, AK WIEN Mit dem „Insolvenzrechtsände- rungsgesetz 1997“ wurden ne- ben Änderungen im Insolvenz- recht auch Änderungen im Aktienrecht bzw. GmbH-Recht durchgeführt. Eine dieser Änderungen (§ 81 AktG bzw. 28a GmbHG) bezieht sich auf die Berichtspflicht des Vorstands (der Geschäftsführer) gegenüber dem Aufsichtsrat, diesem „regelmäßig, mindestens vierteljährlich, über den Gang der Geschäfte und die Lage des Unternehmens im Vergleich zur Vor-