IFAM INFO INSTITUT FÜR AUFSICHTSRAT-MITBESTIMMUNG · NR. 2 – MAI 2007 · http://ifam.wien.arbeiterkammer.at In der Arbeitswelt lässt sich eine Tendenz zur Veränderung der Lohn- systeme erkennen. Dieser Struktur- wandel spiegelt sich auch in einigen wichtigen neuen Kollektivverträgen wider. Betriebsräte geraten immer mehr unter Druck, Arbeitgeberwün- sche nach Flexibilisierung durch Leistungslohnmodelle Rechnung zu tragen. Leistungslohnmodelle aus der Praxis, Chancen und Risiken, psychologische und juristische Aspekte wurden im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung der AK Wien mit der GPA-djp und der gmtn diskutiert und werden im Folgenden zusammengefasst. Johannes Linsmaier (Arbeiter-BRV- Stv) stellte das Modell der voest- alpine Stahl dar. Bei diesem Modell wird der klassische Mengenakkord durch andere Formen der Leis- tungsentlohnung, wie zB Zielerrei- chungsprämien (zB wenn das Eng- passaggregat Breitbandstraße aus- gelastet ist) und ergebnisbezogene Prämien (zB Reduktion der Instandhaltungskosten bei der Möllerung) zurückgedrängt. Erstaunlicher Befund: Nicht so sehr die Zielvorgaben erhöhen den Druck, als vielmehr die Prämien für den kontinuierlichen Verbes- serungsprozess (10% der Ersteinsparung). Offen bleibt die Frage, was Leistung ausmache: Menge, Art der Er- reichung eines Zieles, Qualität der Arbeit, Kreativität der MitarbeiterInnen oder Interaktion. Ebenso unklar ist die Steuerungsfunktion einer Arbeitgeberhaltung, die durch das „Egal wie ihr es macht, seid profitabel“ cha- rakterisiert ist. Arbeitsdruck steigt eher durch andere Faktoren, wie Personalreduktionen, schlechtes Füh- rungsverhalten, komplexe Anlagen, Informationsflut, Kontrolle und Geschwindigkeitserfordernisse bei Ent- scheidungen. Dabei ist eine Verschiebung von der phy- sischen zur psychischen Belastung zu beobachten. Dr. Wilfried Pecka (Angestellten ZBR) zeigte das Modell der Generali Versicherungs AG auf. Hier wurde insbesondere anhand der Fusion zweier unterschiedlicher Prämien- modelle sichtbar, dass ein System mit hohen Abschlussprovisionen stärker verkaufsorientiert ist und da- mit die VersicherungsverkäuferInnen unter hohen Erfolgsdruck setzt, während Systeme mit hohen Dauerprovisionen eher bestandsorientiert sind. WIE WIRKEN LEISTUNGSLOHNMODELLE? ENTGELTFINDUNG IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN „SCHNELLEM GELD“ UND NACHHALTIGER LOHNPOLITIK DORIS LUTZ, AK WIEN SOZIALPOLITIK