IFAM INFO INSTITUT FÜR AUFSICHTSRAT-MITBESTIMMUNG · NR. 1 – FEBRUAR 2008 · http://ifam.wien.arbeiterkammer.at Der Aufsichtsrat hat in Zusammen- hang mit Investitionen eine be- sonders hohe Verantwortung und wird im Rahmen seiner Tätigkeit immer wieder mit Investitions- anträgen und -plänen konfrontiert. Jedes Aufsichtsratsmitglied muss in der Lage sein, geplante Investi- tionen im Vorhinein zu beurteilen, weil diese der Zustimmungspflicht unterliegen (§95 Abs 5 AktG, §30j Abs 5 GmbHG). Die Qualität von Investitionsanträgen ist in der Praxis sehr unterschiedlich. Ein Investitionsantrag – Investi- tionsplan, Businessplan – sollte bei großen und be- deutenden Investitionen jedenfalls folgende Elemente enthalten. ? Ausgangssituation und Beschreibung der Investition ? Notwendigkeit, Technologie, Kapazität, Standort etc. ? Verantwortliche und Zeitplan ? Projektverantwortung für Investitionsplanung und Erreichen des Investitionsziels, Projektmitglieder, evtl. externe BeraterInnen, ExpertInnen und Gut- achter; Zeitplan, Umsetzungsschritte, Meilensteine, Kommunikation des Projektes. ? Investitionsziel und Strategie ? Der Aufsichtsrat muss nachvollziehen können, wel- chen Stellenwert die Investition im Rahmen der strategischen Planung hat und welche Ziele mit der Investition verfolgt werden. ? Nutzen und Chancen der Investition ? Investitionen können sowohl einen errechenbaren quantifizierbaren Nutzen (höhere Einnahmen, Ko- steneinsparungen) als auch einen nicht quantifizier- baren (zB. rascherer Zugriff auf Informationen, hö- here Umweltverträglichkeit) haben. Der nicht quan- tifizierbare Nutzen fließt zwar nicht in die Investi- tionsrechnung ein, sollte bei der Entscheidung jedoch ausreichend berücksichtigt werden. ? Risikobewertung ? Ein Investitionsantrag sollte unbedingt auf sämtli- che mit der Investition verbundenen Risken einge- hen, diese in Geld bewerten und die Wahrschein- lichkeit des Eintretens beurteilen. ? Marktverhältnisse ? Marktforschung, Konkurrenzanalyse, Kundenanaly- se, Absatzmärkte, konkrete Werbe- und Vertriebs- szenarien, Umsetzung am Markt. ? Auswirkungen auf bestehende Einheiten, Be- triebsstätten, Strukturen ? Personalplanung ? Investitionen können gravierende Auswirkungen auf die Beschäftigten haben. Der Investitionsantrag sollte behandeln, wie viele Beschäftigte in welcher Weise betroffen sind, welche Qualifikationsanforde- rungen sich ändern, ob sich die Arbeitsbedingun- BESTANDTEILE EINES INVESTITIONSANTRAGES RUTH NADERER, AK WIEN BETRIEBSWIRTSCHAFT