www.ifam-aufsichtsrat.atwww.voegb.at/IFAM ÖSTERREICH InstItut Für AuFsIchtsrAt- MItbestIMMung IFAMINFO NR 2 Mai 2017 Risken und die wichtigsten nichtfinanziellen Leistungs- indikatoren miteinbezieht. Konkreter wird der Gesetzgeber in den Erläuterungen. Dort wird die umfassende Variante des G4 Standards der Global Reporting Initiative (??GRI???) als Safe Harbor definiert, also als jenes „Konzept“, das den gesetz- lichen Erfordernissen jedenfalls genügt. Weiters wird in den Erläuterungen präzisiert, was unter Arbeitneh- merbelange zu verstehen ist. Die Erklärung hat dem- nach Angaben zur Diversity und zur Qualität der Mit- bestimmung zu enthalten (?sozialer Dialog, Achtung der Rechte der Gewerkschaften usw.?), zur Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie zur Weiterbildung. Bezogen auf die Beschäftigungsverhältnisse soll in der nichtfinanziellen Erklärung über die Beschäftigten- entwicklung, differenziert nach Vertragsarten, über die Arbeitszeit, die Fluktuation und das Einkommen berichtet werden. Teilweise reichen diese Empfeh- lungen über GRI hinaus und ergänzen somit die GRI- Indikatoren. Nicht von ungefähr wählt der Gesetzgeber GRI als „sicheren Hafen“ für die nichtfinanzielle Erklärung. Die GRI-Leitlinien haben sich international als der Stan- dard der nachhaltigen Berichterstattung schlechthin etabliert. Mehr als 5.000 Unternehmen, Verbände und Organisationen aus über 70 Ländern nutzen gegen- wärtig die GRI, die in ihrer umfassenden Variante immer- hin mehr als 200 Indikatoren vorsieht. Seit dem Geschäftsjahr 2017 gilt das Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetz (??NaDiVeG??), das für die davon betrof- fenen BetriebsrätInnen neue Heraus- forderungen aber auch neue Chancen mit sich bringt. Große Kapitalgesell- schaften, die Unternehmen von öffent- lichem Interesse sind und im Jahres- durchschnitt mehr als 500 Arbeitneh- merInnen beschäftigen, haben im Lage- bericht oder in einem gesonderten Be- richt nichtfinanzielle Informationen offenzulegen. Wei- ters müssen bestimmte große Aktiengesellschaften ein Diversitätskonzept vorlegen. Das Bundesministerium schätzt, dass etwa 125 Unternehmen nichtfinanzielle Informationen bereitstellen müssen und etwa 66 Unter- nehmen zur Veröffentlichung eines Diversitätskonzepts verpflichtet sind. Die nichtfinanzielle Erklärung hat sich auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, auf die Achtung der Menschenrechte und auf die Bekämpfung von Korrup- tion und Bestechung zu beziehen, wenn dies für das Verständnis der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit erforderlich ist. Der Gesetzgeber präzisiert zwar nicht, welchen Standards die nichtfinanzielle Erklärung zu folgen hat, jedenfalls können aber nationale, unions- basierte oder internationale Rahmenwerke dafür heran- gezogen werden. Immerhin muss die Offenlegung laut Gesetz einem Konzept folgen, das die wesentlichen KENNzaHlENSTEuERuNg auCH IN dER BETRIEBS- RaTSaRBEIT? – daS NadiVeg MaCHT’S MÖglICH! Ulrich SchönbaUer Dr Ulrich Schönbauer ist Mitarbeiter der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien.