gen aus den USA einen signifikanten Kostenvorteil für die öffentliche Bereitstellung, und Untersu- chungen aus England keinen Kostenvorteil nachweisen.5 Diese Erkenntnisse, sowie eine Reihe weiterer Untersuchungen (u.a. Araral 2009; Bel und Warner 2008; Perard 2009; Beecher, 2016) stehen somit in deutlichem Widerspruch zu der – einzigen – von der Europäische Kommission im Rahmen des Impact Assessment zur Konzessions-Richtlinie herangezogenen, veralteten OECD-Quelle (Lundsgaard 2002). Dieses Working Paper war von Ein- sparungen in der Größenordnung von 10–30% ausgegangen, wobei sich diese Erkentnisse v.a. auf den Bereich der Abfallentsorgung stützten und hier auch andere Instrumente (einfache Ausschrei- bungen) einbezogen wurden. Ungeachtet dieser Ausgangslage verallgemeinerte die Europäischen Kommission die Aussagen und sprach von Kostenersparnis infolge privatwirtschaftlicher Instrumen- te i.w.S. in gleicher Höhe (Clifton und Díaz-Fuentes 2010; Clifton und Díaz-Fuentes 2013). Um die bisherigen Ausführungen für den Systemvergleich konkreter zu fassen, werden im Folgen- den die zentralen systembeschreibenden Fragen herausgearbeitet. Die Elemente der Organisati- ons- und Managementsysteme stammen dem Grunde nach aus der öffentlichen Betriebswirtschafts- lehre (z.B. Brede 2005) und dem New Public Management (siehe z.B. Kegelmann 2007). Die ver- schiedenen Dimensionen des Managements – also der Bereitstellung und Finanzierung – speziell in der Siedlungswasserwirtschaft bestehen gemäß EurEau (1997) aus folgenden Überlegungen, die nach wie vor die wesentlichen Grundfragen einer möglichen Neuorientierung der staatlichen Aufga- benerfüllung darstellen (siehe auch z.B. Schedler und Proeller 2009; Pollitt und Bouckaert 2011), bzw. die sich für die Systembeschreibung in der Siedlungswasserwirtschaft eignen sowie auch be- reits in früheren Untersuchungen angewandt wurden (z.B. Boschek 2002): Die Infrastrukturgewährleistung und -regulierung bezieht sich auf den/die AkteurIn (Staat, Un- ternehmen, gemeinnützige Vereinigungen), der/die grundsätzlich für die Gewährleistung (Ga- rantie) der Leistungserbringung (Aufgabenerfüllung) verantwortlich ist; des Weiteren, wie die Infrastrukturbereitstellung grundsätzlich geregelt ist, ob eine eigene Regulierungsbehörde be- steht, und welche Entscheidungen diese treffen kann. Das Management der Infrastrukturbereitstellung kann verschiedenartig, d.h. sowohl durch eigenes kommunales Personal, als auch durch Betreiber erfolgen. Wichtig hierbei ist die Frage des Au- tonomiegrades bei Managemententscheidungen, d.h. welche Vorgaben in Bezug auf den Be- trieb und die Bewirtschaftung der Anlagen bestehen, sowie die Tragung der verschiedenen (technischen und wirtschaftlichen) Risiken. Die Organisationsform berücksichtigt die formale Form des Betriebs; so können auch öffentliche Unternehmen eine selbstständige, privatwirtschaftlich organisierte Einheit darstellen. Somit ergibt sich durch die Dimension der Ausgliederung (Dezentralisierung), in welcher Form und in welchem Ausmaß die Aufgaben in einer hoheitlichen (z.B. Verwaltung) oder privaten (z.B. Eigengesellschaft) Organisationsform erfüllt werden; weiters, ob die Aufgabenerfüllung formal privatwirtschaftlich oder auch materiell privatisiert erfolgt. 5 Darüber hinaus weisen Bel et al. (2010) nach, dass Untersuchungen, die keine signifikanten Unterschiede zwischen öffentlicher und privater Bereitstellung finden, eine wesentlich geringere Wahrscheinlichkeit aufweisen, in wissen- schaftlichen Journalen publiziert zu werden. Dies bedeutet, dass selbst signifikante Nachweise von Kosteneinspa- rungen durch private Betreiber, auch im Lichte der häufig nur geringen Fallzahlen, mit Vorsicht zu beurteilen sind.