Zusammenfassung Die neo-nationalistischen Kräfte haben in den EU-Ländern in den letzten Jahren stark an Einfluss gewonnen. In einzelnen Ländern, wie Ungarn und Polen, stellen sie allein die Regierung, in anderen EU-Staaten sind sie Teil von Koalitionen oder tolerieren diese. Der Aufstieg der neo-nationalistischen Kräfte hat vielfältige Konsequenzen für ArbeitnehmerInnen. Die Studie untersucht derartige Konsequenzen auf dem Gebiet von Staatsreformen, Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie Arbeitsbeziehungen. In programmatischer Hinsicht lassen sich neoliberal und nationalkonservativ orientierte Hauptströmungen des Neo-Nationalismus unterscheiden. Ein entsprechendes Klassifizierungsschema liegt der Analyse von Programmen und Regierungspraxis zugrunde. Die Studie gibt einen Überblick über die sozio-ökonomische Programmatik von neo-nationalistischen Parteien in den EU-Ländern. Sie analysiert hierbei den Zusammenhang zwischen der Stellung des jeweiligen Landes in der europäischen Arbeitsteilung und der programmatischen Ausrichtung. In einem zweiten Teil untersucht die Studie detaillierter die Regierungspraxis neo-nationalistischer Parteien an den Beispielen Belgien, Ungarn und Polen. Abstract In recent years, neo-nationalist forces have become significantly stronger in EU countries. In some countries, like Hungary and Poland, they govern alone. In other countries, they are coalition partners or tolerate governments. The rise of neo-nationalist forces has manifold consequences for workers and employees. The study analyses such consequences in the fields of state reforms, labour relations, economic and social policies. Two main currents of neo-nationalisms can be distinguished: a neoliberal and a national-conservative one. In a classificatory scheme, the main elements of neoliberal neo-nationalism and national-conservatism are identified. The classification provides the framework for the analysis of the relevant party programmes and government praxis. The study offers a survey of the socio-economic programmatic vision of the neo-nationalist parties in EU countries. It analyses the relationship between the position of the respective country in the European division of labour and the programmatic orientation. In a second part, the praxis of governments with a strong neo-nationalist orientation is discussed in more detailed case studies on Belgium, Hungary and Poland.