51 ? Was beeinflusst die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung? In diesem Abschnitt wird mit multivariaten Modellen (logistische ordinale Regression) untersucht, wie die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung mit den arbeitsbezogenen Rahmenbedingungen zusammenhängt. Als mögliche Einflussgrößen werden neben den für die Bildung der Arbeitszeitarrangements verwendeten Variablen (Überstunden- sonderregelung, Zeiterfassung und Autonomie in der Arbeitszeitgestaltung) die normalen Wochenarbeitsstunden, wie oft länger gearbeitet werden muss und wie leicht es ist, kurzfristig frei zu nehmen, in das Modell aufgenommen. Auf Kontrollvariablen, wie den Bildungsstand oder die Branche, wird hier bewusst verzichtet, da der Fokus auf den Rahmenbedingungen der Arbeitszeitgestaltung liegen soll. Variationen, die sich aus der Branche, dem Bildungsstand oder der Profession ergeben, so die Annahme, sollten sich in unterschiedlichen Ausprägungen der unabhängigen Variable niederschlagen. Da eine zentrale Fragestellung des Projektes war, wie Arbeitszeiterfassung und Autonomie zusammenhängen, werden dafür auch Interaktionen berücksichtigt. So kann etwa darauf eingegangen werden, dass sich keine Zeiterfassung etwa bei fixen Arbeitszeiten anders auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung auswirkt als bei selbstgesteuerten Arbeitszeiten. Außerdem werden für Männer und Frauen sowie für Voll- und Teilzeit separate Modelle gerechnet, womit gezeigt werden kann, ob es unterschiedliche Wirkmechanismen in den einzelnen Gruppen gibt (Tabelle 11Tabelle 11). Methodisch wird dafür eine ordinale Regression (logarithmische Linkfunktion) herangezogen. In einer zweiten Regressionsanalyse werden nur jene unselbständig Beschäftigten untersucht, die nicht vollkommen selbstgesteuerte Arbeitszeiten haben (Tabelle 12). Sie bekommen nämlich auch die Frage, wie schwer bzw. einfach es ist, sich kurzfristig einzelne Stunden frei zu nehmen. Da die teilzeitbeschäftigten Männer eine relativ kleine und heterogene Gruppe bilden, die noch dazu wenige Fälle umfasst, werden sie in den hier dargestellten Regressionsanalysen nicht dargestellt. Die Ergebnisse werden hier im Folgenden zusammengefasst für Männer in Vollzeit und Frauen in Teilzeit sowie in Vollzeit, wobei auf die Gruppen nur eingegangen wird, wenn sich klare Unterschiede zeigen. Eine Überstundensonderregelung hat keinen direkten Einfluss auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung. Allerdings wirkt sie sich eine Überstundensonderregelung auf diese Länge der Arbeitszeit aus. Diese wirkt wiederum bei Vollzeitbeschäftigten negativ auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung. Insofern ist von einem indirekten Einfluss von Überstundensonderregelungen über die längeren Arbeitszeiten auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung auszugehen. Klar negativ hingegen wirkt sich die Entgrenzung auf die Zufriedenheit mit der Arbeits- zeitgestaltung aus. In allen drei Regressionsmodellen hat es einen klar negativen Einfluss, wenn man mindestens einmal pro Woche länger in der Arbeit bleiben muss. Kommt die Anforderung länger zu bleiben allerdings nur einmal im Monat vor, hat das vor allem einen Einfluss auf vollzeitbeschäftigte Frauen. Hier zeigen sich höchstwahrscheinlich Vereinbarkeitsprobleme, die für Männer und teilzeitbeschäftigte Frauen noch im Bereich des Erträglichen sind.