52 Einen ganz klar positiven Effekt zeigt die Möglichkeit, kurzfristig einzelne Tage frei nehmen zu können. Umgekehrt hat häufigeres Arbeiten unter Zeitdruck einen klar negativen Einfluss auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung. Beide Variablen haben in allen drei berechneten Modellen einen hochsignifikanten Einfluss. Auch Autonomie in der Arbeitszeitgestaltung wirkt sich tendenziell in allen Modellen positiv auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung aus. Am schwächsten ausgeprägt ist der Zusammenhang bei vollständig selbstbestimmten Arbeitszeiten von vollzeitbeschäftigten Frauen, wobei es sich hier bereits um eine kleine Gruppe handelt. Der Einfluss des Zeiterfassungssystems ist vergleichsweise komplex. So hat vor allem keine Zeiterfassung bei fixen Arbeitszeiten eine positive Wirkung auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung. Wobei dieser Effekt vor allem bei Vollzeitbeschäftigten zum Tragen kommt. Bei vollzeitbeschäftigten Männern mit vollständig selbstgesteuerten Arbeitszeiten ist die Zufriedenheit im Vergleich zur automatischen Arbeitszeiterfassung bei keiner Zeiterfassung jedoch geringer. Bei vollzeitbeschäftigten Frauen zeigt sich dieser Zusammenhang nicht. Eine mögliche Interpretation dieser Zahlen wäre, dass vor allem Männer die fehlende finanzielle Abgeltung von langen Arbeitszeiten, die ja nicht erfasst werden, bewerten, Frauen hingegen trotzdem die Möglichkeit, lange Arbeitszeiten mit Betreuungsaufgaben zu verbinden, höher gewichten. Für alle anderen Interaktionen aus Zeiterfassung und Autonomie in der Arbeitszeitgestaltung zeigen sich keine signifikanten Zusammenhänge.