57 Weiterbildung wird entweder während der bezahlten Arbeitszeit besucht und in diesem Fall meist vom/von der ArbeitgeberIn finanziert, oder die berufliche Weiterbildung wird in der Freizeit besucht und dann auch häufig von den ArbeitnehmerInnen selbst bezahlt. Beide Fragen werden in den folgenden Abschnitten diskutiert. Einleitend muss aber auf einige Einschränkungen der vorhandenen Daten hingewiesen werden. ? Datenbasis Die Fragen nach der Teilnahme an beruflicher Aus- und Weiterbildung sind Teil des Grundprogramms der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und entsprechen den Vorgaben des internationalen Labour Force Surveys. Leider bringt diese Befragungsstrategie für sozialwissenschaftliche Analysen zu Fragen nach der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung und deren Finanzierung einige Einschränkungen mit sich. Auf diese soll hier vor der Präsentation der Ergebnisse kurz eingegangen werden. Die Fragen nach der Teilnahme an Aus- und Weiterbildungen beziehen sich, egal ob beruflich oder als Freizeitkurs, auf den Zeitraum von vier Wochen vor der Befragung.8 Für die letzte in diesem Zeitraum genannte Ausbildung wird weiter gefragt, ob es sich um eine vorwiegend berufliche oder freizeitbezogene Ausbildung handelt und ob diese innerhalb der bezahlten Arbeitszeit besucht wurde. Mit diesem sehr eng gefassten Zeitfenster wird natürlich nur ein Teil der besuchten Kurse erfasst. Wesentlich ergiebiger wäre es bspw., nach den Kursen im letzten halben Jahr zu fragen. Zusätzlich hat dieser Zeitraum von vier Wochen zur Folge, dass nur mehr ein geringer Teil, nämlich jene Personen, die in den vier Wochen vor der Befragung Kurse besucht haben, Antwort auf die weiterführenden Fragen zum Besuch von Ausbildungen in der Freizeit oder während der bezahlten Arbeitszeit gibt. ? Zugang zu Aus- und Weiterbildung In einer 2012 veröffentlichten Analyse von Krenn und Kasper stellen die AutorInnen einleitend die geringere Beteiligung von Menschen mit niedrigerer formaler Qualifikation an beruflicher Aus- und Weiterbildung fest und geben, basierend auf wissenschaftlicher Literatur, einen Überblick über zentrale Einflussfaktoren. „Für die geringen Beteiligungsquoten von gering Qualifizierten werden zum einen Barrieren beim Zugang verantwortlich gemacht, wobei die Zugehörigkeit zu Gelegenheit schaffenden Berufen, Branchen, Betrieben und Regionen als die wichtigsten Faktoren angesehen werden (Bolder/Hendrich 2000). Aber auch subjektive Faktoren spielen dafür eine wichtige Rolle. Das sind auf dem Hintergrund negativer Schulerfahrungen und belastender familiärer Umgebungen ausgebildete, persönliche Dispositionen, wie geringes Lerninteresse, Distanz zum Lernen, Ängste vor Misserfolg, mangelndes Vertrauen in die eigenen Lernfähigkeiten, 8 Exakt: während der Referenzwoche und den drei Wochen davor.