61 ? Wer macht berufliche Weiterbildungen und wer bezahlt dafür? Abschließend werden die hier einzeln betrachteten Einflussfaktoren auf die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung und den Zeitpunkt der Ausbildung noch zu zwei bivariaten logistischen Regressionsmodellen zusammengeführt. Im ersten Modell wird die Frage untersucht, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit für berufliche Aus- und Weiter- bildung erhöhen. Im zweiten Modell wird analysiert, welche Faktoren dazu beitragen, dass berufliche Weiterbildung nicht in der bezahlten Arbeitszeit, sondern in der Freizeit absolviert wird. In beiden Fällen werden verschiedene Dimensionen flexibler und selbstgesteuerter Arbeitszeitgestaltung mit soziodemographischen Faktoren zusammengeführt. Die Fragen zur flexiblen und selbstgesteuerten Arbeitszeiten werden hierfür einzeln und nicht in Form der eingangs verwendeten Variablen betrachtet.10 Insgesamt ist die Zahl möglicher unabhängiger Variablen aufgrund der vergleichsweise geringen absoluten Fallzahl begrenzt. Für beide Analysen werden jeweils die gleichen unabhängigen Variablen verwendet, Modell 1 enthält eine zusätzliche Variable. Geschlecht ist als Dummyvariable enthalten. Diese Variable bildet den Einfluss des Geschlechts „Frau“ ab, Männer stellen die Referenzkategorie dar. Die Frage einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung wurde getrennt für Männer und für Frauen in das Modell aufgenommen, da von einer unterschiedlichen Wirkung von Teilzeitarbeit je nach Geschlecht ausgegangen wird. Die nächste Frage bezieht sich auf die Möglichkeit der Gestaltung der Arbeitszeit durch die ArbeitnehmerInnen selbst. Fix vorgegebene Arbeits- zeiten dienen als Referenzkategorie, davon werden teilweise und vollständig selbst bestimmte Arbeitszeiten abgegrenzt. Die Häufigkeit von arbeitgeberInnenseitiger Flexibilisierung durch Verlängerung der Arbeitszeiten auf Anforderung der Arbeit- geberInnen und Kontaktaufnahme durch ArbeitgeberInnen in der Freizeit wurde zu einem Index mit Werten von 2 bis 6 zusammengefasst. Ein höherer Wert bedeutet höhere arbeit- geberInnenseitige Flexibilitätsanforderungen. Als weiterer Faktor wurde die höchste abgeschlossene Ausbildung in fünf Stufen aufgenommen, für den ersten Test stellt ein Pflichtschulabschluss, für den zweiten Test ein Hochschulabschluss den Referenzwert dar.11 Für die Analyse der Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung (Modell 1) wurde auch noch der Beruf aufgenommen. Hier wird eine Tätigkeit in einem hilfs- oder angelernten Beruf als Referenz betrachtet. Aufgrund der begrenzten Zahl an Fällen in der untersuchten Teilstichprobe konnte dies für die Analyse von Einflussfaktoren auf den Zeitpunkt der Weiterbildung (Modell 2) nicht mehr umgesetzt werden. 10 Der Einfluss einzelner Faktoren hebt sich in der Form einer zusammengeführten Variable teilweise gegenseitig auf und die erklärte Varianz des Modells nimmt ab. 11 Diese Art der Analyse hilft der Darstellung von Zusammenhängen.