89 Gleichbehandlungsgeboten  und  die  vorgeschlagene  Verankerung  des  Grundsatzes  territorialer  Arbeitskostengleichheit  als  Rechtfertigungsgrund  für  offene  Ungleichbehandlungen die eingetretenen Fehlentwicklungen in diesen Bereichen effektiv  korrigieren würden.  20. Im  Bereich  der  Tarifautonomie  würde  ein  Rückbau  der  Marktfreiheiten  zu  Gleichbehandlungsgeboten dazu führen, dass Streiks gegen Standortverlagerungen, wenn  sie denn im innerstaatlichen Kontext an sich erlaubt sind, auch unter den Marktfreiheiten  zulässig sind. Denn die transnationale Standortverlagerung wird nicht anders behandelt  als  eine  interne.  Eine  Konstellation  wie  im  Fall  Viking  würde  also  zugunsten  der  Gewerkschaften entschieden.  21. Im  Bereich  der  staatlichen  Unternehmenssteuerung  würde  ein  Rückbau  der  Marktfreiheiten  zu  Gleichbehandlungsgeboten  dazu  führen,  dass  diese  der  Einführung  „Goldener Aktien“ grundsätzlich nicht entgegenstehen. Denn die mit „Goldenen Aktien“  verbundenen Nachteile für die privaten Anleger sind für alle dieselben, gleichgültig, ob es  sich  um  Anleger  aus  dem  Inland  oder  aus  einem  anderen  Mitgliedstaat  handelt.  Entsprechendes hätte für Sperrminoritäten und andere Sonderrechte zu gelten, die wie  im Fall des VW?Gesetzes auf die öffentlichen Anteilseigner zugeschnitten sind.  22. Im  Bereich  der  Arbeitnehmerentsendung  würde  der  Rückbau  der  Marktfreiheiten  zu  Gleichbehandlungsgeboten nicht viel bewirken. Darum muss der Grundsatz territorialer  Arbeitskostengleichheit  als  neuer  Rechtfertigungsgrund  für  Ungleichbehandlungen  im  Primärrecht  verankert  und  diesem  zudem  Vorrang  vor  den  bereits  geltenden  sekundärrechtlichen  Regeln  gegeben  werden.  Dann  wäre  es  für  die  Mitgliedstaaten  möglich, den Grundsatz der Arbeitskostengleichheit auch unter den Marktfreiheiten  zu  verwirklichen. Konstellationen wie in den Fällen Rüffert oder Laval oder Kommission vs.  Luxemburg würden entgegengesetzt entschieden.