Endbericht zur Arbeitssituation von LSBTI-Personen in �sterreich Seite 14 SORA � Institute for Social Research and Consulting 1 Studienhintergrund und methodische Vorgehensweise 1.1 Bisherige Studien zu LSBTI-Personen LSBTI-Personen in der �ffentlichen Wahrnehmung Die Erfahrungen, Problemlagen und Bed�rfnisse von lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans* und intersexuellen Besch�ftigten1 in ihrer Arbeit blie- ben in �sterreich lange Zeit unerforscht. Vor allem der Umgang von LSBTI- Personen mit der eigenen sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentit�t am Arbeitsplatz wurde bislang nur unzureichend in der Forschung ber�cksichtigt. Diese l�ckenhafte Datenlage ist dabei sowohl auf methodische Schwierigkei- ten (insbesondere dem schwierigen Zugang zur Zielgruppe), aber auch auf das lange Zeit vorherrschende gesellschaftliche Desinteresse an der Befor- schung von LSBTI-Themen zur�ckzuf�hren. In den letzten zehn bis f�nfzehn Jahren ist jedoch eine zunehmende Liberali- sierung des gesellschaftlichen Klimas gegen�ber LSBTI-Menschen wahrzunehmen: Schritte zur rechtlichen Gleichstellung, eine st�rkere Pr�senz und Repr�sentation in Medien und Popkultur und die steigende Bedeutung von Strategien zum Diversity Management in heimischen Unternehmen k�n- nen durchaus als Indizien eines sich vollziehenden Einstellungswandels gesehen werden. Die gr��eren Verschiebungen in der �ffentlichen Wahrneh- mung von LSBTI-Personen scheinen aber bereits davor stattgefunden zu haben, wie ein Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags (2016) f�r Deutschland nahelegt. Der Bericht st�tzt sich auf un- terschiedliche historische Umfrageergebnisse. W�hrend diese f�r Deutschland zwar l�ckenhaft sind, fehlen solche f�r �sterreich komplett. Auch wenn die Ergebnisse dieser Umfragen nicht unmittelbar auf �sterreich umlegbar sind, l�sst sich aufgrund der strukturellen �hnlichkeiten zwischen den beiden L�n- dern dennoch vermuten, dass die Entwicklungslinien zumindest �hnlich verlaufen sind (vgl. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags 2016, 5 f.):  So zeigen die fr�hesten Langzeitumfragen f�r Deutschland, dass Homose- xualit�t in der Bev�lkerung bis in die 1960er Jahre hinein vornehmlich als Laster und damit als moralisches Versagen interpretiert wurde. 1 Durch die Verwendung geschlechtsneutraler Formulierungen (wie z.B. �Besch�ftigte� oder �Befragte�) sowie gege- benenfalls Bezeichnungen, die das sogenannte �Gender-Sternchen� beinhalten (z.B. �Arbeitnehmer*innen�), soll ein m�glichst geschlechtsneutraler und diskriminierungssensitiver Sprachgebrauch im vorliegenden Bericht erzielt werden (siehe Fischer / Wolf 2009). Dar�ber hinaus wird die Zielgruppe der Studie unter dem deutschsprachigen Akronym �LSBTI� bzw. �LSBTI-Personen� zusammengefasst, wobei hierbei auch jene Personen mitgedacht wer- den, die eine explizite Zuordnung zu einer der f�nf Kategorien zwar ablehnen, sich aber auch nicht als cis-sexuell bzw. cis-ident sowie heterosexuell definieren.