Endbericht zur Arbeitssituation von LSBTI-Personen in �sterreich Seite 79 SORA � Institute for Social Research and Consulting 4 Ungleichbehandlung und Diskriminierungserfahrungen 4.1 Allgemeine Einsch�tzung der Gleichstellung im Betrieb Dass LSBTI-Personen in ihrer Berufs- und sp�ter auch Betriebswahl auf Dinge wie z.B. ein Diversity Management oder einen sensiblen Umgang mit LSBTI- Themen achten, zeigt sich auch daran, dass 86% der Befragten in einem Be- trieb arbeiten, in dem laut Eigenauskunft Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung grunds�tzlich gleichbehandelt werden. Nur 12% sagen, ihr Unternehmen behandelt Menschen mit einer anderen sexuellen Orientie- rung schlechter. Ein anderes Bild zeigt sich jedoch in Bezug auf Menschen mit einer anderen sexuellen Identit�t, also z.B. Trans*- oder intersexuelle Perso- nen: In 44% der F�lle gibt es im Betrieb keine anderen Besch�ftigten mit einer anderen Geschlechtsidentit�t. Klammert man diese Befragten aber aus den Berechnungen aus, dann nehmen 21% der Besch�ftigten eine Schlechterbe- handlung dieser Gruppe wahr. Grunds�tzlich nehmen die meisten Befragten aber eine Gleichbehandlung un- terschiedlicher Personengruppen in ihrem Unternehmen wahr, insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit einer anderen Welt- anschauung oder Religion sowie von Menschen mit einer Behinderung. Nur jeweils rund ein Zehntel nimmt eine Schlechterbehandlung dieser Personen- gruppen im eigenen Betrieb, nur wenige eine Besserbehandlung wahr. Lehrlinge und j�ngere Mitarbeiter*innen werden laut Ansicht der Befragten in 18% der F�lle schlechter behandelt, �ltere Mitarbeiter*innen in 16% der F�lle besser. Hier kommt es jedoch zu einer verzerrten Wahrnehmung bei j�ngeren und �lteren Befragten: je �lter die Befragten, desto eher wird einer Schlech- terbehandlung von �lteren Menschen im Unternehmen wahrgenommen, umgekehrt nehmen j�ngere Befragte h�ufiger eine Ungleichbehandlung ihrer Altersgruppe wahr. Die h�ufigste Ungleichbehandlung in den Arbeitsst�tten der befragten LSBTI- Personen findet gegen�ber M�nnern statt: Fast ein Drittel ist der Meinung, dass M�nner in ihrem Betrieb besser behandelt werden. Insgesamt zeichnet sich damit zun�chst ein positives Bild der betrieblichen Si- tuation von LSBTI-Personen, wenn es um die Frage der Gleichbehandlung geht. Dahinter steht vermutlich auch die oben erw�hnte Tatsache, dass LSBTI-Personen im Bereich der Erwerbsarbeit nach M�glichkeit nach Unter- nehmen suchen, die allgemein als liberaler gelten und sich etwa durch ein implementiertes Diversity Management auszeichnen (vgl. Frohn 2007). Schaut man sich jedoch an, wie oft insgesamt von den Befragten eine Schlechterbe- handlung von zumindest einer Personengruppe an ihrer Arbeitsst�tte